«Wir können nicht jedem Asyl gewähren»

Die Bundeskanzlerin hat im ZDF-«Sommerinterview» klar Stellung bezogen: Deutschland müsse mehr für Flüchtlinge tun. Es könnten aber unmöglich alle aufgenommen werden.

ZDF-«Sommerinterview»: Angela Merkel (l.) im Gespräch mit der Moderatorin Bettina Schausten.

ZDF-«Sommerinterview»: Angela Merkel (l.) im Gespräch mit der Moderatorin Bettina Schausten. Bild: Jürgen Detmers/AFP

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Angesichts der grossen Zahl von Flüchtlingen sieht die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ihr Land vor «riesigen Aufgaben». Deutschland sei zwar mit der Lage nicht überfordert, aber Lösungen könnten nicht gefunden werden, «wenn wir im Normalmodus arbeiten», sagte Merkel.

Nötig sei unter anderem, «alle Personalreserven» zu mobilisieren, um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu stärken, sagte sie im ZDF-«Sommerinterview», das am Sonntagabend ausgestrahlt wurde. Die Erstaufnahmelager bräuchten mehr Kapazitäten, zudem müssten Zeltunterkünfte für den Winter zumindest durch Container ersetzt werden.

«Wir können nicht jedem Asyl gewähren»

Zugleich müsse aber auch stärker deutlich gemacht werden, wer in Deutschland eine Chance auf Asyl habe und wer nicht, sagte Merkel mit Blick auf die Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen vom Balkan. «Wir können nicht jedem, der glaubt, dass hier wirtschaftlich die Dinge besser laufen, dass man eine Chance auf einen Arbeitsplatz hat, Asyl gewähren.»

Deutschland dürfe hier niemandem falsche Hoffnungen machen, «sonst können wir nämlich denen, die unsere Hilfe brauchen, überhaupt nicht ausreichend helfen». Merkel verurteilte zugleich Übergriffe auf Asylbewerber und deren Unterkünfte. «Dafür gibt es keine Rechtfertigung», sagte sie. (mlr/sda)

Erstellt: 17.08.2015, 08:29 Uhr

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