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«Wir müssen Eigentum neu denken»

Linke-Politikerin und Ökonomin Sahra Wagenknecht sagt, dass wir uns vor dem Kapitalismus retten müssen. Sie erklärt, wie eine neue Wirtschaftsordnung aussehen könnte.

«Es gibt eine Alternative zum Kapitalismus, die den Gegensatz Privat- versus Staatswirtschaft oder auch Markt- versus Planwirtschaft hinter sich lässt»: Sahra Wagenknecht.
«Es gibt eine Alternative zum Kapitalismus, die den Gegensatz Privat- versus Staatswirtschaft oder auch Markt- versus Planwirtschaft hinter sich lässt»: Sahra Wagenknecht.
Reuters

In Ihrem neuen Buch «Reichtum ohne Gier» demontieren Sie den Kapitalismus und plädieren für eine soziale Marktwirtschaft. Ist der Kapitalismus aus Ihrer Sicht eine degenerierte Form von Marktwirtschaft? Ja, das kann man so ausdrücken. Die meisten Menschen denken, dass Kapitalismus und Marktwirtschaft identisch sind – aber das stimmt nicht. Das Wesen des Kapitalismus besteht nicht darin, dass wir freie Märkte und echten Wettbewerb haben. Vielmehr haben wir eine Dominanz grosser Konzerne mit zunehmender Marktmacht. Gerade in der digitalen Wirtschaft gibt es globale Monopolisten. Datenkraken wie Google, Amazon oder Facebook zwingen kleineren Firmen, Kunden und Nutzern ihre Geschäftsmodelle auf. Das Grundproblem des Kapitalismus ist die Degradierung von Unternehmen zu Anlageobjekten, die in erster Linie dazu da sind, immer höhere Renditen zu erwirtschaften. Echte Unternehmer dagegen, denen es um ihr Unternehmen und nicht primär um die Vermehrung ihres Geldes geht, brauchen keinen Kapitalismus, er macht ihnen eher das Leben schwer.

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