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«Wir sind durch den Euro aufs engste miteinander verbunden»

Die deutsche Kanzlerin Merkel hat Griechenland umfassende Hilfe zugesagt. Sie wisse, dass dem Volk schon viel zugemutet worden sei, sagte sie. Doch sie machte klar, dass das Land noch mehr unternehmen muss.

Kritischer Blick in die Zukunft: Georgios Papandreou und Angela Merkel.
Kritischer Blick in die Zukunft: Georgios Papandreou und Angela Merkel.
Keystone

Kanzlerin Angela Merkel hat Griechenland erneut alle erdenkliche Hilfe bei der Bewältigung seiner Schuldenkrise zugesagt. «Wir möchten ein starkes Griechenland im Euro-Raum, und Deutschland ist bereit, hier alle Hilfeleistungen anzubieten, die notwendig sind», sagte die CDU-Vorsitzende vor einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou am Dienstagabend in Berlin. Merkel betonte gleichzeitig, Griechenland habe eine hohe Verantwortung, seinerseits die Auflagen und Erwartungen zu erfüllen.

«Wir sind durch den Euro aufs engste miteinander verbunden», sagte Merkel. «Die Schwächen eines Partners sind die Schwächen aller», dies gelte im Umkehrschluss aber auch für die Stärken der Euro-Partner.

Nur Sparen nützt nichts

Mit Blick auf die Einladung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, auf dessen Kongress Merkel und Papandreou am Nachmittag zu Gast waren, sprach Merkel von einer «sehr guten Geste». Es habe sich damit gezeigt, dass nicht nur die Regierung in Deutschland, sondern auch die Wirtschaft und die Gewerkschaften sich wünschten, dass Griechenland erfolgreich aus der Krise komme.

Sie wisse aber auch, dass den Menschen in Griechenland bereits sehr viel zugemutet worden sei, sagte die Kanzlerin und betonte, dass für die Bundesregierung bei allen weiteren Entscheidungen über Hilfsmassnahmen der Bericht der Troika entscheidend sei.

Sparen in der Krise sei das eine, sagte Merkel. Man müsse aber auch über eine engere Verzahnung der Zusammenarbeit der Euro-Mitgliedsstaaten sprechen, denn ohne eine solche Annäherung gebe es keine gute Zukunft für den Euro.

Merkel zeigte sich erneut zuversichtlich, dass es bei der für Donnerstag anstehenden Bundestagsabstimmung über den Euro-Rettungsschirm EFSF zu einer eigenen Mehrheit für Schwarz-Gelb kommt.

Grosser Wille zur Eigenständigkeit

Papandreou bekräftigte den grossen Willen seiner Regierung und des griechischen Volkes zu Wandel und Veränderung. Griechenland werde seine Verpflichtungen entschlossen einhalten und die notwendigen Massnahmen entschieden umsetzen, um die derzeitige Krise zu überwinden und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Die Zusammenarbeit mit Deutschland sei hervorragend, lobte Papandreou. Für Griechenland sei es von grösster Wichtigkeit, seitens der europäischen Partner Signale der Unterstützung zu bekommen. Griechenland habe «enorme Möglichkeiten und Chancen» und sei gewillt, genau diese auszunutzen, «damit wir selbstständig auf eigenen Füssen stehen können». Das sei eine nationale, aber auch eine europäische Aufgabe.

(dapd)

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