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«Wir sollten nicht unnötig Angst schüren»

Laut dem EU-Gesundheitskommissar Dalli besteht in Bezug auf die Ehec-Erkrankungen eine lediglich regionale Gefahr. Es gebe keinen Grund zur Panik. Dennoch verteidigt er das Vorgehen der deutschen Behörden.

Der Ehec-Erreger beschäftigt nicht nur die Labore in Deutschland: Probe in einem Labor in Wien.
Der Ehec-Erreger beschäftigt nicht nur die Labore in Deutschland: Probe in einem Labor in Wien.
Reuters
32 Proben des Sprossenliferanten waren sauber: Eine Laborantin untersucht Ehec-Erreger.
32 Proben des Sprossenliferanten waren sauber: Eine Laborantin untersucht Ehec-Erreger.
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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EU-Gesundheitskommissar John Dalli sieht im Zusammenhang mit Erkrankungen am Ehec-Darmkeim keinen Grund zur Panik. «Die Gefahr ist regional begrenzt, konzentriert sich auf Norddeutschland», sagte Dalli der «Passauer Neuen Presse» laut Vorabbericht. «Wir sollten nicht unnötig Angst schüren.» Die Menschen in den betroffenen Regionen müssten vorsichtig sein. Ehec sei aber keine Gefahr für alle Verbraucher in Europa.

Dalli verteidigte die frühzeitige Warnung der deutschen Behörden vor spanischen Gurken. «Ich habe hier nichts zu beanstanden», sagte der EU-Kommissar. Die Behörden in Hamburg hätten die Warnung herausgeben müssen. «Sie waren dazu verpflichtet und haben richtig gehandelt. Sicherheit geht immer vor», sagte Dalli.

Krise bewältigen

Der EU-Kommissar sagte, ehe man über das Krisenmanagement streite, solle man erst einmal die Krise bewältigen. Er habe den Eindruck, dass die zuständigen Minister in Deutschland daran hart arbeiteten. Entscheidend seien Kooperation und Koordination zwischen allen Beteiligten. «Es kommt darauf an, dass alle Informationen an einer Stelle gesammelt und umgehend an die Verbraucher weitergegeben werden», sagte Dalli. Erstes Ziel sei es, den Erreger einzudämmen. Wenn die Probleme gelöst seien, werde sich die Frage stellen, was beim nächsten Mal besser gemacht werden könne.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) verteidigte seine Warnung vor dem Verzehr von Sprossen aus einem Betrieb Landkreis Uelzen. «Der Verdacht gegen den Erzeugerbetrieb in Bienenbüttel erhärtet sich immer mehr, auch wenn wir noch keine bakteriellen Nachweise haben», sagte Lindemann der «Bild»-Zeitung.

Kein Ehec-Erreger festgestellt

Lindemann hatte am Sonntag gesagt, bei Auswertungen sei ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen an dem gefährlichen Darmkeim Ehec und den in einem Gartenbaubetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel produzierten Sprossen festgestellt worden.

Bis Mittwoch wurde der Ehec-Erreger bei den in dem Betrieb genommenen Proben jedoch nicht festgestellt. Von 40 zunächst in dem Betrieb gezogenen Proben habe man mittlerweile 32 untersucht, ohne dass der Ehec-Erreger gefunden worden sei, teilte das Verbraucherschutzministerium in Hannover. Bei acht der Proben stehe das Ergebnis der Untersuchung noch aus.

dapd/kpn

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