Zum Hauptinhalt springen

«Wir wollen Putin weiterhin vertreiben»

Die Pussy-Riot-Aktivistinnen Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa traten erstmals seit ihrer Freilassung aus dem Gefängnis gemeinsam vor die Presse. Sie bieten Putin weiter die Stirn.

«Was Wladimir Putin betrifft, hat sich unsere Haltung zu ihm nicht geändert», sagte die 24-jährige Nadeschda Tolokonnikowa bei einer Pressekonferenz in Moskau. (27. Dezember 2013)
«Was Wladimir Putin betrifft, hat sich unsere Haltung zu ihm nicht geändert», sagte die 24-jährige Nadeschda Tolokonnikowa bei einer Pressekonferenz in Moskau. (27. Dezember 2013)
AFP
epa04001930 Russian feminist punk-rock band 'Pussy Riot' members Maria Alyokhina (L) and Nadezhda Tolokonnikova (R) attend a press conference Moscow, Russia, 27 December 2013. The band members were released from prison on 23 December under an amnesty.They have been serving a two-year sentence after the group performed a song critical of President Vladmimir Putin in 2012 in Moscow's Cathedral of Christ the Saviour.  EPA/YURI KOCHETKOV
epa04001930 Russian feminist punk-rock band 'Pussy Riot' members Maria Alyokhina (L) and Nadezhda Tolokonnikova (R) attend a press conference Moscow, Russia, 27 December 2013. The band members were released from prison on 23 December under an amnesty.They have been serving a two-year sentence after the group performed a song critical of President Vladmimir Putin in 2012 in Moscow's Cathedral of Christ the Saviour. EPA/YURI KOCHETKOV
AFP
Kam in die Lagerhölle Mordowien, nun ist sie frei: Nadeschda Tolokonnikowa. (10. Oktober 2012)
Kam in die Lagerhölle Mordowien, nun ist sie frei: Nadeschda Tolokonnikowa. (10. Oktober 2012)
AFP
1 / 13

Die Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot wollen weiter Präsident Wladimir Putin von der Macht vertreiben. «Was Wladimir Putin betrifft, hat sich unsere Haltung zu ihm nicht geändert», sagte die 24-jährige Nadeschda Tolokonnikowa bei einer Pressekonferenz in Moskau mit ihrer Bandkollegin Maria Alechina. «Wir wollen weiter tun, wofür sie uns inhaftiert haben. Wir wollen ihn weiterhin vertreiben.»

Sie sei dafür, dass der vergangene Woche freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski für die Präsidentschaft kandidiere. Sie stimme mit dieser Haltung überein, sagte Maria Alechina. Die 25-Jährige war nach ihrer Freilassung aus dem Straflager in Nischni Nowgorod über Moskau in die sibirische Stadt Krasnojarsk gereist, wo Tolokonnikowa zuletzt inhaftiert war. Am Freitag kehrten sie dann gemeinsam mit dem Flugzeug in die russische Hauptstadt zurück. Die beiden Frauen waren am Montag aufgrund eines vom Parlament beschlossenen Amnestiegesetzes vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

«PR-Trick» Putins

Die beiden Musikerinnen und Aktivistinnen waren im Februar 2012 nach einer Protestaktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegen Putin und die orthodoxe Kirche wegen «Rowdytums» zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ihre ebenfalls wegen der Aktion verurteilte Mitstreiterin Jekaterina Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei. Die Urteile hatten weltweit Proteste ausgelöst.

Die beiden Mütter kleiner Kinder verbrachten ihre Haftzeit in Straflagern weit entfernt von ihren Familien. Nach ihrer Freilassung gaben sich beide Frauen weiter kämpferisch. Alechina kritisierte die Amnestie als einen «PR-Trick» Putins vor den Olympischen Winterspielen 2014 in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Tolokonnikowa rief dazu auf, das Sportereignis zu boykottieren, und kritisierte, ganz Russland sei ein «einziges Straflager».

Der frühere Oligarch und Kreml-Kritiker Chodorkowski war vergangene Woche nach mehr als zehn Jahren Haft überraschend von Putin begnadigt und freigelassen worden. Er reiste daraufhin nach Berlin aus. Bei seiner Freilassung hatten der frühere Bundesaussenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und die Bundesregierung eine wichtige Rolle gespielt. Chodorkowski kündigte an, sich weder in der Politik engagieren noch für eine Rückgabe seines Vermögens einsetzen zu wollen. Jedoch wolle er politische Gefangene in Russland unterstützen.

AFP/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch