Zum Hauptinhalt springen

Wo es 2014 zum Aufstand kommen könnte

Die Gefahr für soziale Unruhen hat in den letzten Jahren markant zugenommen. Eine Studie zeigt, in welchen Ländern das Protestrisiko am grössten ist und wie es um Europa steht.

In 65 Ländern könnte es dieses Jahr zu sozialen Unruhen kommen. Dies berichtet die britische Zeitschrift «The Economist». Sie hat das Risiko für Aufstände und Rebellionen in 150 Ländern vom Forschungsinstitut Economist Intelligence Unit (EIU) berechnen und eine Gefahrentabelle mit fünf Kategorien erstellen lassen. In 46 Ländern besteht demnach ein hohes, in 19 ein sehr hohes Risiko.

Dass das Risiko für Aufstände beispielsweise in Norwegen gering, in Ägypten jedoch sehr hoch ist, war zu erwarten. Doch die Tabelle birgt auch Überraschungen: So finden sich fünf der sechs südeuropäischen Länder in den Hochrisiko-Kategorien (Albanien, Kroatien, Portugal, Spanien, Griechenland), gemeinsam mit Ländern aus Mittel- und Südamerika wie Panama, Argentinien oder Venezuela.

Wirtschaftliche Probleme als Auslöser

Gemeinsam haben diese Länder laut dem «Economist» mindestens eines: Sie befinden sich in einer wirtschaftlichen Notlage, gekennzeichnet durch schrumpfende Einkommen und hohe Arbeitslosigkeit. In den meisten Fällen sei der Auslöser dafür die Finanzkrise 2008–2009. Damit schwelende Konflikte tatsächlich in Gewalt oder Proteste umschlagen, müssen allerdings noch weitere Risikofaktoren vorhanden sein, wie beispielsweise hohe Einkommensunterschiede, eine schlecht funktionierende Regierung, fehlende soziale Auffangnetze oder ethnische Spannungen. Und gerade in jüngster Zeit spiele vor allem ein Faktor eine immer wichtigere Rolle: das schwindende Vertrauen in Regierungen beziehungsweise eine Demokratiekrise.

So überrascht es laut «Economist» auch nicht, dass die Zahl der Hochrisikoländer in den letzten fünf Jahren um 19 gestiegen ist. «Die Rezession ist vielerorts vorbei oder hat wenigstens nachgelassen. Doch die politischen Reaktionen auf wirtschaftliche Schwierigkeiten folgten in der Geschichte schon oft mit Verzögerung. Die Austerität steht 2014 in vielen Ländern noch immer auf der politischen Agenda und wird die Proteststimmung weiterhin anheizen.»

Wie schnell jedoch die Realität eine Grafik einholen kann, zeigt das Beispiel Thailand: Während der «Economist» dem Land noch ein lediglich moderates Risiko attestierte, brachen gegen Ende Jahr heftige soziale Unruhen aus. Mindestens acht Menschen starben seit Anfang Dezember bei gewalttätigen Zusammenstössen von Regierungsgegenern und -anhängern. Für den 13. Januar drohen Demonstranten mit einer Blockade der Hauptstadt Bangkok.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch