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Zwei alte Freunde und die Ostsee-Pipeline

Regierungschef Wladimir Putin und der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder haben die Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland eingeweiht. Sie schlagen damit der Ukraine ein Schnippchen.

Kurz vor dem grossen Moment: Journalisten verfolgen auf einem Grossbildschirm, wie Wladimir Putin und Gerhard Schröder die neue Pipeline eröffnen.
Kurz vor dem grossen Moment: Journalisten verfolgen auf einem Grossbildschirm, wie Wladimir Putin und Gerhard Schröder die neue Pipeline eröffnen.

In Portowaja in der Nähe des russischen Ostseehafens Wyborg gab Wladimir Putin per Computer den Befehl, sogenanntes technisches Gas einzuleiten, um den für den Transport nötigen Druck in der Pipeline zu erzeugen. Die eigentlichen Lieferungen nach Europa über die Pipeline Nord-Stream sollen im Oktober beginnen. Schröder ist Vorsitzender im Aufsichtsgremium von Nord-Stream, dem Aktionärsausschuss.

Das durch die Pipeline fliessende Gas sei vergleichbar mit der Energie aus elf Atomkraftwerken, sagte Putin. Die 1224 Kilometer lange Nord-Stream soll jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas von Wyborg bis nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern liefern. Die am Ostseegrund verlaufende Leitung durchquert auch finnische, schwedische und dänische Gewässer.

Ukraine wird umgangen

Mehrheitseigner im Ostsee-Pipeline-Betreiberkonsortium Nord-Stream ist der russische Gasriese Gasprom mit 51 Prozent. Weitere Anteile halten die deutschen Firmen Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall, der französische Energiekonzern GDF Suez und das niederländische Unternehmen Gasunie.

Auch die geplante Pipeline South-Stream kommt voran. Der Vertrag werde am 16. September unterzeichnet, Wintershall und der französische Energiekonzern EDF hielten je 15 Prozent, teilte Gazprom-Chef Alexej Miller mit. Gasprom wird 50 Prozent der Anteile halten, die italienische Eni 20 Prozent. South-Stream soll Erdgas von Russland über das Schwarze Meer nach Bulgarien und von dort in zwei Leitungen bis nach Österreich und Italien bringen.

Indem die Leitung rund 900 Kilometer durch das Schwarze Meer führt, wird die Ukraine umgangen. Mit dem Nachbarland befindet sich Russland in einem Dauerstreit um den Gastransit, der schon mehrfach zur Unterbrechung der Lieferungen nach Westeuropa führte.

AFP/pbe

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