Zum Hauptinhalt springen

Zwei Frauen gehen in die Stichwahl um Camerons Posten

Der britische Justizminister Michael Gove scheidet aus dem Rennen aus. Theresa May und Andrea Leadsom wurden zu den Kandidatinnen für die Nachfolge von David Cameron bestimmt.

Will nicht mehr: Andrea Leadsom hat ihre Kandidatur für die Nachfolge des britischen Premierministers David Cameron überraschend zurückgezogen.
Will nicht mehr: Andrea Leadsom hat ihre Kandidatur für die Nachfolge des britischen Premierministers David Cameron überraschend zurückgezogen.
Hannah McKay, Keystone
Damit bleibt Theresa May die einzige Kandidatin für den Posten.
Damit bleibt Theresa May die einzige Kandidatin für den Posten.
Hanna McKay, Keystone
Justizminister Michael Gove war aus dem Rennen ausgeschieden.
Justizminister Michael Gove war aus dem Rennen ausgeschieden.
Keystone
1 / 6

Die britischen Konservativen gehen mit zwei Frauen in die Stichwahl um die Nachfolge von Regierungschef David Cameron. Von ihren Unterhaus-Kollegen erhielt May den bei weitem stärksten Rückhalt. Sie verbuchte bei der Wahl 199 Stimmen für sich. Leadsom kam auf 84 Stimmen und schlug so Gove, der es nur auf 46 Stimmen brachte. Den Regeln der Tory-Fraktion zufolge scheidet Gove damit aus dem Rennen aus.

Die beiden erfolgreichen Kandidatinnen werden sich nun die nächsten Wochen über der Parteibasis auf Wahlveranstaltungen präsentieren, bis die rund 150'000 eingeschriebenen Tory-Mitglieder per Briefwahl zum Ende des Sommers ihre neue Vorsitzende – und damit die nächste britische Premierministerin – gewählt haben. Das Ergebnis soll am 9.September bekannt gegeben werden.

«Ich bin glücklich, dass ich so viel Unterstützung von meinen Kollegen bekommen habe»: Die beiden Frauen freuen sich über ihre Kandidatur.

May will «Ministerium für Brexit»

Obwohl May von Anfang an die klare Favoritin der Fraktion gewesen ist, bedeutet das noch nicht, dass sie auch die Tory-Aktivisten hinter sich bringen kann. Die Umfragen lassen offen, wen die Parteibasis bevorzugt. May ist manchen Tories unlieb, weil sie sich vor dem Referendum des 23.Juni für Verbleib in der EU ausgesprochen hatte.

Sie hat seither aber erklärt, dass sie das Brexit-Verdikt voll akzeptiere. Ihr Plan ist es, ein «Ministerium für Brexit» einzurichten, das den Bruch mit der EU bewerkstelligen soll. Austritts-Verhandlungen mit der EU will sie nicht vor Jahresende aufnehmen.

Leadsom für Beschleunigung

Andrea Leadsom, ihre Rivalin, will den Austritt dagegen sehr viel schneller einleiten. Die bislang wenig bekannte Tory-Politikerin, die lange Jahre im Finanzbereich gearbeitet hat, war in der Referendums-Kampagne für Brexit eingetreten. Sie hat sich als «neue Eiserne Lady» der britischen Politik, als eine Art Nachfolgerin Margaret Thatchers, in Szene gesetzt.

In den letzten Tagen musste sich Leadsom allerdings gegen den Vorwurf verteidigen, falsche Angaben zu ihrer Biografie gemacht zu haben. Auch dass sie vor drei Jahren noch erklärte, ein EU-Austritt käme «einer Katastrophe» gleich, wird ihr von ihren Kritikern vorgehalten.

Dennoch gaben ihr viele Tory-Abgeordnete den Vorzug vor Gove, der vor kurzem noch die Kandidatur des Londoner Ex-Bürgermeister Boris Johnsons verhindert hatte. Gove hatte Johnson als fürs höchste Regierungsamt «ungeeignet» erklärt.

AFP/pn/kat

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch