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Zwischen Scharfschützen und Marienenstatuen

Papst Benedikt hat sich mit Kanzlerin Angela Merkel über die politische Aktualität unterhalten. Ihre alten Differenzen wegen des Holocaust haben sie dabei ruhen lassen. Demnächst spricht der Pontifex im Bundestag.

pbe/bru
Versprach Massnahmen gegen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: Der Past nach dem Treffen mit Missbrauchsopfern in Erfurt. (23. September 2011)
Versprach Massnahmen gegen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: Der Past nach dem Treffen mit Missbrauchsopfern in Erfurt. (23. September 2011)
Reuters
Massives Sicherheitsaufgebot: Ein Scharfschütze schaut aus einer Dachluke von Schloss Bellevue in Berlin. (22. September 2011)
Massives Sicherheitsaufgebot: Ein Scharfschütze schaut aus einer Dachluke von Schloss Bellevue in Berlin. (22. September 2011)
Keystone
Vor dem Gespräch: Merkel und Benedikt im Haus der Deutschen Bischofskonferenz. (22. September 2011)
Vor dem Gespräch: Merkel und Benedikt im Haus der Deutschen Bischofskonferenz. (22. September 2011)
Keystone
Gespräche auf höchster Ebene: Papst Benedikt XVI. unterhält sich in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel. (22. September 2011)
Gespräche auf höchster Ebene: Papst Benedikt XVI. unterhält sich in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel. (22. September 2011)
Keystone
Papst Benedikt XVI. winkt am Schloss Bellevue bei seiner Begrüssung mit militärischen Ehren neben Bundespräsident Christian Wulff und dessen Gattin Bettina. (22. September 2011)
Papst Benedikt XVI. winkt am Schloss Bellevue bei seiner Begrüssung mit militärischen Ehren neben Bundespräsident Christian Wulff und dessen Gattin Bettina. (22. September 2011)
Keystone
Papst Benedikt XVI. und Bundespräsident Christian Wulff auf dem Weg zum Schloss Bellevue. (22. September 2011)
Papst Benedikt XVI. und Bundespräsident Christian Wulff auf dem Weg zum Schloss Bellevue. (22. September 2011)
Reuters
Luftige Angelegenheit: Die Kutte des Papstes spielt ihm einen Streich. (22. September 2011)
Luftige Angelegenheit: Die Kutte des Papstes spielt ihm einen Streich. (22. September 2011)
Reuters
Dem Papst bläst bei der Ankunft in Deutschland eine steife Brise entgegen. (22. September 2011)
Dem Papst bläst bei der Ankunft in Deutschland eine steife Brise entgegen. (22. September 2011)
Reuters
Der Papst am Berliner Flughafen: Mit roten Schuhen über den roten Teppich.
Der Papst am Berliner Flughafen: Mit roten Schuhen über den roten Teppich.
Keystone
Die Maschine der Alitalia mit Papst Benedikt XVI. an Bord rollt zu ihrer Parkposition. (22. September 2011)
Die Maschine der Alitalia mit Papst Benedikt XVI. an Bord rollt zu ihrer Parkposition. (22. September 2011)
Keystone
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Perisset (l.),  und Bundeskanzlerin Angela Merkel warten auf den Papst. (22. September 2011)
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Perisset (l.), und Bundeskanzlerin Angela Merkel warten auf den Papst. (22. September 2011)
Keystone
Ein Riesenplakat mit dem Aufdruck der Titelseite «Wir sind Papst!» der «Bild»-Zeitung ziert die Fassade des Springer-Verlagshauses in Berlin. (21. September 2011)
Ein Riesenplakat mit dem Aufdruck der Titelseite «Wir sind Papst!» der «Bild»-Zeitung ziert die Fassade des Springer-Verlagshauses in Berlin. (21. September 2011)
Reuters
In Freiburg stehen eigens für den Papstbesuch kreierte Weine bereit. (21. September 2011)
In Freiburg stehen eigens für den Papstbesuch kreierte Weine bereit. (21. September 2011)
Keystone
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Am Tag des Papstbesuches läuft auch für eine Bundeskanzlerin nicht alles wie gewohnt: «Ich muss doch noch irgendwo meinen Mann treffen», sagt Angela Merkel und blickt ihre Sicherheitsbeamten fragend an. Diese geleiten die Kanzlerin nach ihrem Gespräch mit dem Papst durch die vielen Gänge der Katholischen Akademie in Berlin.

In einem kleinen Innenhof am Sitz der Deutschen Bischofskonferenz informiert die CDU-Vorsitzende über ihr Treffen mit Papst Benedikt XVI., zum dem auch ihr Ehemann Joachim Sauer dazukam. Merkel spricht vor einer Marienstatue, schräg über ihr, auf dem Dach der Akademie, liegen Scharfschützen. Das Gebäude ist weiträumig abgesperrt, Delegationen können nur im Laufschritt mit den Sicherheitsbeamten Schritt halten.

Grosse Aufgabe im Zeitalter der Globalisierung

Merkel, begleitet von Erzbischof Robert Zollitsch und Prälat Karl Jüsten, erzählt, dass vor allem die Themen Europa und die Finanzmärkte zur Sprache gekommen seien. Dabei sei deutlich geworden, dass die Politik «die Kraft haben sollte, für die Menschen zu gestalten, und nicht getrieben zu sein». Das sei eine sehr grosse Aufgabe im Zeitalter der Globalisierung.

Als Geschenk überreichte Merkel dem Papst ein Notenblatt mit gregorianischen Gesängen aus einem deutschen Messbuch aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Der Papst revanchierte sich mit einer Majolika, einer Keramik, verziert mit einem Brunnenmotiv aus den vatikanischen Gärten.

Ringen um geeigneten Treffpunkt

Vor dem Besuch hatte es Irritationen über den Ort des Treffens gegeben. Merkel wollte den deutschen Papst gerne im Kanzleramt empfangen, der Papst präferierte die Nuntiatur in Berlin-Neukölln, seine Botschaft in der Hauptstadt. Die Wahl fiel dann auf einen neutraleren Ort, die Katholische Akademie am Berliner Sitz der Deutschen Bischofskonferenz. Merkel sagt dazu nun diplomatisch, sie freue sich, dass der Papst «nicht nur in der schönen Nuntiatur ist, die wunderbar ist, sondern auch am Sitz der Deutschen Bischofskonferenz und hier in der Katholischen Akademie, die auch mir persönlich sehr viel bedeutet». Geistiges Leben im Zeichen des Christentums zeichne diesen Ort aus.

Papst-Sprecher Federico Lombardi ergänzt hinterher, das Gespräch habe in «sehr freundlicher Atmosphäre» stattgefunden, die Papst-Kritik von Merkel aus dem Jahr 2009 wegen der Rehabilitierung des Holocaust-Leugners Richard Williamson habe die Unterredung «absolut nicht» belastet. Vielmehr habe der Papst die Gelegenheit genutzt, seine grosse Wertschätzung für Deutschland auszudrücken. Hervorgehoben habe der auch die wichtige Rolle Deutschlands in der Euro-Krise.

(dapd/sda)

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