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Griechenland kann im Juni nicht mehr zahlen

1,6 Milliarden Euro müsste Athen schon bald dem IWF überweisen. Das Geld habe man nicht, sagt der Innenminister.

«Das Geld gibt es nicht dafür»: Der griechische Innenminister Nikos Voutsis im Parlamentsgebäude in Athen (12. Mai 2015).
«Das Geld gibt es nicht dafür»: Der griechische Innenminister Nikos Voutsis im Parlamentsgebäude in Athen (12. Mai 2015).
AP/Petros Giannakouris, Keystone

Innenminister Nikos Voutsis warnte am Sonntag, seine Regierung werde die im Juni anstehende Schuldentilgung an den Internationalen Währungsfonds nicht leisten können. Finanzminister Yanis Varoufakis und sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble forderten sich gegenseitig zu deutlich mehr Entgegenkommen in den Verhandlungen über weitere Hilfen für das von der Staatspleite bedrohte Land auf.

Voutsis machte im Sender Mega TV deutlich, dass den Gesprächspartnern die Zeit davonrennt. «Die vier Raten für den IWF im Juni belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro.»

Doch dieses Geld werde nicht überwiesen, weil es nicht vorhanden sei. Der Innenminister widersprach damit jüngsten Äusserungen eines Regierungssprechers, wonach Griechenland seine kompletten Zahlungsverpflichtungen im kommenden Monat erfüllen wird. Im Rahmen des laufenden Hilfsprogramms stehen Kredite über mehr als sieben Milliarden Euro für Athen bereit. Dafür verlangen die anderen Euro-Länder und der IWF aber weitreichende Reformzusagen.

Anfang vom Ende

Varoufakis hingegen sieht die Geldgeber in der Pflicht. Sein Land habe enorme Schritte unternommen. «Wir sind ihnen drei Viertel des Weges entgegengekommen, sie müssen uns ein Viertel des Weges entgegenkommen», sagte er in einer Sendung der britischen BBC. Er warnte zugleich, es wäre katastrophal, wenn Griechenland den Euro verlassen würde. Dies wäre «der Anfang vom Ende des gemeinsamen Währungsprojekts».

Ministerpräsident Alexis Tsipras gab sich am Samstag auf einer Veranstaltung seiner linken Syriza-Partei unbeugsam. Weitere Rentenkürzungen oder drastische Sparmassnahmen werde es nicht geben. Unvernünftigen Forderungen der Geldgeber – etwa zur Höhe der Mehrwertsteuer oder einer weiteren Öffnung des Arbeitsmarktes – werde er nicht nachgeben, betonte der Regierungschef.

Schäuble hingegen sagte im Deutschlandfunk, Griechenland habe noch «ziemlich viele Anstrengungen vor sich, um das zu erfüllen, wozu es sich verpflichtet hat». Zugleich signalisierte er, dass die Bundesregierung nicht von ihrer bisherigen Position abrücken will. Sie habe sich zuletzt am 20. Februar zur Erfüllung ihrer Zusagen verpflichtet. «Deswegen brauchen wir nicht über Alternativen zu reden.»

SDA/hvw

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