Guterres als UNO-Chef vereidigt

Am 1. Januar übernimmt António Guterres für Ban Ki-moon. Bereits heute hat der Portugiese den Amtseid abgelegt – und Reformen gefordert.

Hat alle Vetomächte überzeugt: António Guterres spricht während der Zeremonie in New York. (12. Dezember 2016)

Hat alle Vetomächte überzeugt: António Guterres spricht während der Zeremonie in New York. (12. Dezember 2016) Bild: Keystone

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Verbunden mit einem Plädoyer für eine Reform der Vereinten Nationen hat der Portugiese António Guterres seinen Amtseid als UNO-Generalsekretär abgelegt. «Die UNO muss wendiger und effizienter werden», sagte Guterres am Montag nach seiner Vereidigung vor der UNO-Vollversammlung in New York.

Der 67-Jährige, der zum Jahreswechsel die Nachfolge des Südkoreaners Ban Ki Moon antritt, forderte eine verbesserte Reaktion auf die aktuellen Konflikte.

«Es ist an der Zeit, dass die UNO ihre Unzulänglichkeiten anerkennt und ihre Funktionsweise ändert», sagte Guterres in seiner abwechselnd auf Französisch, Englisch und Spanisch gehaltenen Rede in dem voll besetzten Saal vor Vertretern der 193 UNO-Mitgliedstaaten.

Der ehemalige UNO-Flüchtlingskommissar sprach sich insbesondere für Reformen in den Bereichen Frieden, nachhaltige Entwicklung und Verwaltung aus.

«Grundpfeiler des Multilateralismus»

«Die Organisation ist der Grundpfeiler des Multilateralismus und hat jahrzehntelang zu einem relativen Frieden beigetragen, aber die Herausforderungen übersteigen inzwischen unsere Reaktionsfähigkeit», sagte Guterres.

Angesichts zahlreicher Konflikte wie dem Krieg in Syrien müsse die internationale Gemeinschaft «stärker auf Vermittlung, Schlichtung und präventive Diplomatie setzen». Guterres forderte auch eine bessere Koordinierung der verschiedenen Unterorganisationen, die für den Anti-Terror-Kampf zuständig sind.

Guterres kritisierte auch die UNO-Friedensmissionen. Die Blauhelme würden häufig entsandt, um «einen Frieden zu sichern, den es nicht gibt». Die Strategie und die Einsätze für Frieden und Sicherheit bedürften einer umfassenden Reform. Insgesamt müsse die UNO «wendiger und effizienter» werden. Sie müsse «stärker auf die Menschen und weniger auf die Bürokratie» setzen.

In seiner Rede spielte Guterres auch auf die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und auf den Vormarsch von Populisten in aller Welt an. «Angst beeinflusst die Entscheidungen vieler Menschen in der Welt», sagte er. Viele Bürger hätten kein Vertrauen mehr in ihre Regierungen und in internationale Institutionen. Es sei an der Zeit, «die Beziehungen zu erneuern.»

Langer Beifall

Die Vertreter der UNO-Mitgliedstaaten zollten Guterres nach der Rede langen Beifall. Der Portugiese tritt am 1. Januar sein neues Amt an. Sein Vorgänger Ban hatte zehn Jahre - für zwei Amtszeiten - an der Spitze der UNO gestanden. Der UNO-Generalsekretär steht weltweit 44'000 Mitarbeitern vor.

Der Sozialist Guterres, der von 1995 bis 2002 die Regierung in Portugal leitete, wird der erste frühere Regierungschef an der Spitze der UNO. Von Juni 2005 bis Dezember 2015 war er UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge. (woz/sda)

Erstellt: 12.12.2016, 18:21 Uhr

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