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Justiz leitet Untersuchung gegen «Trump Brasiliens» ein

Eine Woche vor der Stichwahl in Brasilien ermitteln die Behörden gegen Jair Bolsonaro. Es geht um Whatsapp-Kampagnen.

Hat er «schmutziges Geld» angenommen? Jair Bolsonaro. Foto: Keystone
Hat er «schmutziges Geld» angenommen? Jair Bolsonaro. Foto: Keystone

Der linke brasilianische Präsidentschaftskandidat Fernando Haddad hat seinem rechtspopulistischen Konkurrenten Jair Bolsonaro Wahlkampftricks über den Messengerdienst Whatsapp vorgeworfen. Jetzt hat Brasiliens Bundespolizei Ermittlungen zur grossangelegten Verbreitung von Falschinformationen in den sozialen Medien angekündigt.

Die Polizei werde Desinformationen untersuchen, welche zu den beiden verbleibenden Kandidaten im Umlauf seien, sagte Sicherheitsminister Raul Jungmann am Samstag. Die Ermittlungen erfolgen demnach auf die Empfehlung des Büros des Bundesstaatsanwalts, Online-Falschmeldungen gegen beide Kandidaten auf mögliche Straftaten hin zu untersuchen.

Am Samstag demonstrierten zehntausende Gegner von Bolsonaro in São Paulo, Rio de Janeiro, Brasilia und anderen Städten. Foto: Keystone
Am Samstag demonstrierten zehntausende Gegner von Bolsonaro in São Paulo, Rio de Janeiro, Brasilia und anderen Städten. Foto: Keystone

Zuvor hatte die angesehene Tageszeitung «Folha de São Paulo» berichtet, Unternehmen hätten vor der ersten Wahlrunde am 7. Oktober ein massenhaftes Verschicken von Whatsapp-Nachrichten an viele von Brasiliens 120 Millionen WhatsApp-Nutzern finanziert, in denen der linke Präsidentschaftskandidat Fernando Haddad angegriffen wurde.

Haddad wirft seinem rechtspopulistischen Kontrahenten Jair Bolsonaro vor, hinter der «verleumderischen» Messengerdienst-Kampagne zu stecken. Die Vorwürfe wiegen schwer: In Brasilien ist eine Wahlkampffinanzierung durch Unternehmen verboten. WhatsApp hat bereits angekündigt, Unternehmen künftig davon abhalten zu wollen, den Dienst für das massenhafte Versenden von Nachrichten zu nutzen.

Bolsonaro bleibt Favorit

Der Rechtspopulist Bolsonaro, der auch als «Donald Trump Brasiliens» bezeichnet wird, ist in den sozialen Netzwerken viel präsenter als sein Konkurrent Haddad und stützt seinen Wahlkampf massgeblich auf das Internet. In den sozialen Netzwerken folgen ihm 14 Millionen Menschen - Haddad kommt nur auf rund 2,8 Millionen.

Bolsonaro hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober klar gewonnen: Er kam auf rund 46 Prozent und landete damit weit vor dem Zweitplatzierten Haddad mit rund 29 Prozent. Für die Stichwahl in anderthalb Wochen ist der Rechtspopulist klarer Favorit, aktuelle Umfragen sehen ihn bei 59 Prozent.

Bolsonaro hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober klar gewonnen: Er kam auf rund 46 Prozent und landete damit weit vor dem Zweitplatzierten Haddad mit rund 29 Prozent. Für die Stichwahl in anderthalb Wochen ist der Rechtspopulist klarer Favorit, aktuelle Umfragen sehen ihn bei 59 Prozent.

AFP/amc

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