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Kanada liegt dicht bei der Schweiz

Gerne wird Kanada als Beispiel einer erfolgreichen Wirtschaftsnation mit strikten Zuwanderungsbedingungen aufgeführt. Dabei können wir von Kanada vor allem eines lernen.

In Hans Fehrs Rede zur Masseneinwanderungs-Initiative war Kanada ein Schlüsselargument. Der Staat sei, zusammen mit Neuseeland und Australien, der Beweis für eine erfolgreiche Wirtschaftsnation mit verschärften Einwanderungsbedingungen, sagte der SVP-Nationalrat vor dem Parlament. Was Fehr nicht erwähnte: Trotz Punktesystem bei der Vergabe von Einwanderungsbewilligungen ist Kanadas Bevölkerung in den letzten Jahren im Gleichtakt mit der schweizerischen gewachsen. 2010 verzeichnete das Land gar die grösste Zahl von Einwanderern in seiner Geschichte.

Die robuste Wirtschaftssituation während der Finanzkrise zog viele Einwanderer an – nicht zuletzt aus den USA, Kanadas grossem Kanton im Süden. Ebenfalls unerwähnt liess Fehr, dass mit dem Punktesystem die Staatsbürokratie statt der Arbeitgeber über die benötigten Qualifikationen entscheidet. Mit dem Effekt, dass zwar eine grosse Zahl von Hochschulabsolventen ins Land gelangt, viele davon jedoch in Tiefqualifikationsjobs landen. Gleichzeitig verzeichnet die kanadische Wirtschaft einen Mangel an geeigneten Arbeitskräften.

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