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«Lösung wartet nicht hinter der nächsten Ecke»

Das Treffen in Genf zwischen dem Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi und Vertretern aus Russland und den USA blieb ohne Erfolg. Auf Fragen nach Assads künftiger Rolle im Land, krebste der UN-Sondergesandte zurück.

Will weiter für das Ende des Blutvergiessens in Syrien kämpfen: Der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi.
Will weiter für das Ende des Blutvergiessens in Syrien kämpfen: Der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi.
Keystone

Der internationale Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, hat kaum noch Hoffnung auf ein baldiges Ende des blutigen Bürgerkriegs mit Zehntausenden Toten. «Wenn Sie mich fragen, ob eine Lösung hinter der nächsten Ecke wartet, bin ich mir da nicht sicher», lautete seine düstere Prognose am Freitag in Genf.

Nach einem fast fünfstündigen Treffen mit den Vize-Aussenministern Russlands und der USA, Michail Bogdanow und William Burns, sagte Brahimi bloss: «Wir sind uns des Leidens der syrischen Bevölkerung, das schon viel zu lange anhält, sehr, sehr bewusst. Und wir haben alle betont, wie wichtig ein schnelles Ende des Blutvergiessens, der Zerstörung und Gewalt in Syrien ist.»

Bemühungen fortsetzen

Es seien bei den Gesprächen mehrere Ideen für einen politischen Übergang in Syrien unterbreitet worden. Doch eine schnelle Einigung sei nicht zu erwarten. Brahimi betonte, er werde seine Bemühungen fortsetzten.

Die USA wollen für Syrien eine Lösung ohne Baschar al-Assad, während Moskau den bisherigen Machthaber in eine Übergangslösung miteinbeziehen will. Brahimi hatte sich jüngst von Assad distanziert und gesagt, dieser könne nicht Teil einer Übergangsregierung sein.

Heute krebste Brahimi in Genf vor Journalisten etwas zurück. Er habe gesagt, dass 40 Jahre der Herrschaft eine lange Zeit seien für das syrische Volk. «Ich habe nie gesagt, dass es für Regierungsmitglieder keinen Platz gebe», sagte Brahimi.

Der Sondergesandte mahnte auch internationale Unterstützung an. Insbesondere der UNO-Sicherheitsrat müsse Druck machen, um eine Öffnung zu provozieren.

Rebellen erobern Flughafen

In Syrien eroberten Rebellen nach tagelangen Kämpfen den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib. Das berichteten Gegner des Regimes am Freitag.

Sie veröffentlichten Videoaufnahmen, die Rebellen mit Panzern auf dem Gelände des Flughafens zeigen. Auf dem wichtigsten Militärflughafen im Norden des Landes fielen den Rebellen grosse Waffendepots in die Hände.

Nach UNO-Schätzungen kamen in dem Konflikt bislang 60'000 Menschen ums Leben. Die Zahl der ins Ausland geflüchteten Syrer ist laut UNO-Angaben ausserdem innerhalb eines Monats um 100'000 gestiegen.

Über 600'000 Menschen suchen in den Nachbarstaaten und Nordafrika mittlerweile Schutz. Vielen Flüchtlingen machten winterliche Witterungsverhältnisse zu schaffen, sagte der Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Adrian Edwards, am Freitag.

SDA/wid

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