16 Tote bei Drohnenangriff in Pakistan

US-Drohnen haben im Nordwesten Pakistans Raketen auf den mutmasslichen Sitz eines Rebellenführers abgefeuert und mindestens 16 Aufständische getötet. Es war einer der ersten Angriffe in diesem Gebiet.

Grenzgebiet zu Afghanistan: Das Gebiet Orakzai.


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei einem Drohnenangriff auf das Anwesen eines mutmasslichen Rebellenführers im Nordwesten Pakistans sind am Donnerstag mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Vier Geschosse trafen den Komplex in Nordwaziristan im Grenzgebiet zu Afghanistan.

Dabei seien auch mindestens 12 Aufständische verletzt worden, teilten die Behörden in der Region Orakzai am Donnerstag mit. Der Komplex sei im Besitz eines Anführers der Aufständischen-Gruppe von Hafiz Gul Bahadur, sagte der Chef der Verwaltungsbehörde der Stammesbezirke, Khushal Khan. Das Gebäude sei vollständig zerstört worden.

Zwar greifen die USA häufig Ziele in Nordwaziristan mit Drohnen an, im Gebiet Orakzai kam dies bislang aber selten vor.

Pakistan legt Protest ein

Die pakistanische Regierung legte Protest bei der US-Botschaft in Islamabad ein. Die Diplomaten seien unterrichtet worden, dass Drohnenangriffe auf pakistanischem Gebiet einen Verstoss gegen das Völkerrecht darstellten, teilte das Aussenministerium mit. Bereits am Mittwoch waren fünf mutmassliche Aufständische bei einem US-Drohnenangriff in den Stammesgebieten getötet worden.

In der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama nahmen die Einsätze mit den unbemannten Drohnen zu, mit denen mutmassliche Aufständische, aber auch immer wieder Zivilisten ohne Gefahr für die eigenen Truppen getötet werden.

Die Angriffe sind in Pakistan umstritten. Die USA argumentieren, die Einsätze seien ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen Rebellen in den Stammesgebieten.

Zwei Anschläge im Südwesten

Unterdessen kamen bei zwei Anschlägen im Südwesten Pakistans 13 Menschen ums Leben. Zehn Zivilisten seien bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Markt in der Ortschaft Sibi in der Provinz Baluchistan getötet worden, sagte der leitende Polizeibeamte Ghulam Aali Lashari. Weitere 24 Menschen seien verletzt worden.

Drei Sicherheitskräfte kamen ums Leben, als in der Ortschaft Dera Bugti eine am Strassenrand versteckte Bombe explodierte, wie der Polizist Shehbaz Khan mitteilte. Zwei weitere Menschen seien beim Anschlag verletzt worden. (fko/sda/dapd)

Erstellt: 11.10.2012, 22:13 Uhr

Artikel zum Thema

US-Drohnenangriff auf Taliban-Hochburg

Bei einem nicht bestätigten Angriff im pakistanischen Dorf Bobar sind 13 mutmassliche Taliban ums Leben gekommen. Die abgefeuerten Raketen werden einer US-Drohne zugeschrieben. Mehr...

Protestzug gegen US-Drohnenkrieg in Pakistan

Sie demonstrieren gegen die regelmässigen US-Drohnenangriffe in Taliban-Regionen: In Pakistan ist ein Protestzug mit US-Bürgerrechtlern aufgebrochen – angeführt vom Ex-Cricket-Star Imran Khan. Mehr...

Warum es im US-Drohnenkrieg offiziell keine toten Zivilisten gibt

Die US-Armee hat den Einsatz von Drohnen in den letzten Tagen massiv verstärkt. Die Waffe gilt als Wundermittel, das unnötiges Blutvergiessen verhindern soll. Zivile Opfer gibt es keine – aber nur offiziell nicht. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Michèle & Friends Was ich alles nicht tun werde

Geldblog Ist ein starker Franken Fluch oder Segen?

Die Welt in Bildern

Heftiges Wortgefecht: Ein palästinensischer Mann und ein israelischer Soldat geraten aneinander wegen der israelischen Order, eine Schule bei Nablus zu schliessen. (15. Oktober 2018)
(Bild: Mohamad Torokman) Mehr...