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20 Festnahmen nach Jihadisten-Anschlag von Ouagadougou

Die Ermittler gehen von einer Schläferzelle in der Hauptstadt von Burkina Faso aus. Zahlreiche Verdächtige wurden verhört. Derweil erlag eine Fotografin ihren Schussverletzungen.

Ein Forensiker untersucht den Tatort im Hotel Splendid in Ouagadougou. (18. Januar 2016)
Ein Forensiker untersucht den Tatort im Hotel Splendid in Ouagadougou. (18. Januar 2016)
Issouf Sanogo, AFP
Trauer um die Terroropfer in Ougadougou: Die Schweizer Fahnen auf dem Dach des Bundeshauses in Bern stehen auf Halbmast. (17.1.2016)
Trauer um die Terroropfer in Ougadougou: Die Schweizer Fahnen auf dem Dach des Bundeshauses in Bern stehen auf Halbmast. (17.1.2016)
Lukas Lehmann, Keystone
Eine Frau, die sich im Hotel befunden hat, wird mit einem Auto der Sicherheitskräfte weggeführt. Der Wagen ist beschossen worden.
Eine Frau, die sich im Hotel befunden hat, wird mit einem Auto der Sicherheitskräfte weggeführt. Der Wagen ist beschossen worden.
AP Televison, Keystone
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Nach dem jihadistischen Anschlag auf ein Hotel in Burkina Faso haben die Sicherheitskräfte nach Angaben aus Ermittlerkreisen rund 20 Verdächtige festgenommen. Einige der seit Sonntag Festgenommenen seien inzwischen wieder freigelassen worden.

Andere befänden sich noch in Gewahrsam und würden verhört, sagte eine gut informierte Quelle am Montag in der Hauptstadt Ouagadougou. Es gebe «sicherlich in Ouagadougou eine Schläferzelle, die (den Jihadisten) bei der Tat geholfen hat», hiess es weiter. Den Angaben zufolge kamen die Täter mit einem gemieteten Fahrzeug zum Ort ihres Angriffs.

Demnach töteten sie zunächst den Fahrer des Wagens, warfen die Leiche am Strassenrand ab und begannen dann den Angriff. Ein weiteres, im Niger registriertes Auto von mutmasslichen Komplizen habe bereits vor dem Hotel gestanden.

Der burkinische Innenminister Simon Compaoré hatte zuvor das im Niger registrierte Fahrzeug erwähnt. Er betonte aber, das Autokennzeichen sage «nichts aus», etwa über die Nationalität der Täter.

Fahndung läuft weiter

Mehrere Angreifer hatten am Freitagabend im Hotel Splendid und im benachbarten Restaurant Cappuccino im Zentrum von Ouagadougou zahlreiche Menschen erschossen und sich anschliessend mit mehr als hundert Geiseln verschanzt. Unterstützt von französischen Spezialkräften und US-Soldaten stürmte die Armee nach sechs Stunden das Hotel und befreite dutzende Menschen.

Drei Angreifer wurden im Zuge des Einsatzes in der nahe gelegenen Bar Taxi-Brousse erschossen. Augenzeugen zufolge gab es jedoch mehr als drei Angreifer. Die Fahndung nach möglichen weiteren Tätern lief weiter. Den Ermittlerkreisen zufolge werteten Experten der US-Bundespolizei FBI Bilder der Überwachungskamera des Hotels aus. Auch französische Ermittler unterstützten die Polizeiarbeit. Noch am Montagabend untersuchten Forensiker den Tatort.

Zu dem Angriff hatte sich die mit al-Qaida im islamischen Maghreb (Aqmi) verbündete Gruppe al-Mourabitoun bekannt. Burkina Faso war von der islamistischen Gewalt in der Region bislang weitgehend verschont geblieben. Der Angriff vom Wochenende nährte die Sorge einer weiteren Ausbreitung von Jihadistengruppen in Westafrika.

Weiteres Opfer gestorben

Die Zahl der beim Anschlag getöteten Menschen erhöhte sich derweil auf 30. Die französisch-marokkanische Fotografin Leila Alaoui erlag am Montagabend in einem Spital in Ouagadougou ihren Verletzungen, wie die marokkanische Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf die marokkanische Botschaft in Burkina Faso berichtete.

Die junge Frau hatte auf der Terrasse des Restaurants Cappuccino gesessen, das am Freitagabend ebenso wie das nahe gelegene Hotel Splendid im Zentrum von Ouagadougou von Jihadisten angegriffen worden war. Sie wurde verletzt und mehrere Stunden lang in einem Spital in der burkinischen Hauptstadt operiert.

Alaoui hatte sich als Fotografin in Marokko, Frankreich und dem Libanon, wo sie zeitweise lebte, einen Namen gemacht. Ihre Bilder wurden unter anderem in New York, Dubai oder Paris ausgestellt. In Burkina Faso hielt sie sich für einen Auftrag für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf.

SDA/chk

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