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«2050 wird kein einziger Wald mehr übrig sein»

Uganda ist als grünes, fruchtbares Land am Äquator bekannt – bisher. Es droht ein folgenschwerer Kahlschlag des Regenwalds.

Ungewisse Zukunft: Kinder spielen um gefällte Bäume im Namusalla-Gebiet, 80 km nördlich von Ugandas Hauptstadt.
Ungewisse Zukunft: Kinder spielen um gefällte Bäume im Namusalla-Gebiet, 80 km nördlich von Ugandas Hauptstadt.
Jon Hrusa, Keystone
Fällen um die Familie zu ernähren: Wo Vater und Sohn gehen, könnte schon bald Farmland entstehen.
Fällen um die Familie zu ernähren: Wo Vater und Sohn gehen, könnte schon bald Farmland entstehen.
Jon Hrusa, Keystone
Der Lebensraum vieler Tiere ist bedroht: Ein Löwe holt sich ein Stück Fleisch vom Baum im Uganda Wildlife Education Centre in Entebbe in der Nähe von Kampala.
Der Lebensraum vieler Tiere ist bedroht: Ein Löwe holt sich ein Stück Fleisch vom Baum im Uganda Wildlife Education Centre in Entebbe in der Nähe von Kampala.
Edward Echwalu, Reuters
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Das Szenario ist düster: Das einst so grüne Uganda im Osten Afrikas könnte in 35 Jahren ein kahles, von Naturkatastrophen gebeuteltes Land sein, in dem kaum noch wilde Tiere leben und Ackerflächen das Landschaftsbild prägen.

«Wenn unsere Wälder weiter mit der gleichen Geschwindigkeit wie bisher abgeholzt werden, dann wird 2050 kein einziger Wald mehr übrig sein», warnt Gilbert Kadilo, der Sprecher der nationalen Forstbehörde (NFA).

Das werde nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die Menschen haben, sondern auch auf Tiere wie etwa die Affen, die in den Wäldern leben, sagt der Experte. «Immer mehr Wälder werden in Farmland umgewandelt, um etwa Bohnen, Mais und Zuckerrohr anzubauen.» Grund für den steigenden Lebensmittelbedarf ist vor allem das stete Bevölkerungswachstum, das bei 3,4 Prozent jährlich liegt.

Vereinte Nationen warnen

Auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat vor dem Weltumwelttag zu einem bewussteren Konsum und einem verantwortungsvolleren Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde aufgerufen.

«Sieben Milliarden Träume. Ein Planet. Konsumiere mit Vorsicht», lautet in diesem Jahr das Motto für die rund 150 beteiligten Länder. Wenn die Erdbevölkerung so weitermache wie bisher, wären bis 2050 drei Planeten notwendig, um den derzeitigen Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Hungrige Affen stürmen die Felder

«Wir holzen die Wälder ab, um zu überleben und Getreide, Kartoffeln und Cassava anzubauen», erklärt der Farmer Issa Kawenja. Jetzt hat der Vater von zwei Kindern, der in dem Dorf Masaba südöstlich der Hauptstadt Kampala lebt, jedoch ein neues Problem.

«Immer häufiger stürmen Affen auf unser Land, um sich Nahrung zu besorgen», sagt der 36-Jährige. Die Primaten hätten zuvor in dem dichten Wald gelebt, den es nun nicht mehr gebe. Auf der verzweifelten Suche nach Nahrung suchten die Tiere nun die Felder heim.

Ohne Bäume droht eine Klimakatastrophe

Hungrige Affen sind nicht das einzige Problem, das Uganda bevorsteht. Wenn es keine Bäume mehr gebe, müsse das Land künftig Nutzholz teuer importieren, sagen Experten.

Und noch schlimmer: Ohne grüne Lunge und den damit verbundenen funktionierenden Kohlenstoffkreislauf drohe ein klimatisches Problem, das schwere Dürren und Überflutungen nach sich ziehen könnte. Durch ausbleibende Ernten bahnten sich Hungerkatastrophen an.

(SDA)

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