50 US-Soldaten erreichen irakische Unruheprovinz

US-Streitkräfte sind in der Region Anbar eingetroffen, um dort die irakischen Truppen zu unterstützen. Derweil vermelden syrische Kurden Fortschritte im Kampf um Kobane.

Soll bald auch hier von US-Streitkräften unterstützt werden: Irakischer Soldat in der Provinz Anbar. (9. November 2014)

Soll bald auch hier von US-Streitkräften unterstützt werden: Irakischer Soldat in der Provinz Anbar. (9. November 2014) Bild: Reuters

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Die US-Streitkräfte unterstützen die irakischen Truppen nun erstmals auch in der westlichen Unruheprovinz Anbar im Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Eine Vorhut von rund 50 Soldaten sei auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Assad eingetroffen, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit.

Die Soldaten würden prüfen, ob die Einrichtung für eine künftige Mission zur Beratung und Unterstützung der irakischen Sicherheitskräfte genutzt werden könne, sagte Pentagon-Sprecherin Elissa Smith.

Keine Waffen für sunnitische Stämme

Die USA und verbündete Staaten greifen IS-Stellungen im Irak seit Monaten aus der Luft an, dennoch konnten die Extremisten die irakischen Truppen in der Provinz Anbar weiter zurückdrängen. Befürchtungen wurden laut, das Gebiet könne den Islamisten ganz in die Hände fallen.

US-Präsident Barack Obama hatte deswegen in der vergangenen Woche angekündigt, 1500 zusätzliche Soldaten zur Unterstützung zu schicken, unter anderem nach Anbar. Die Provinz grenzt an Syrien, Jordanien und Saudiarabien. Pentagon-Sprecherin Smith sagte weiterhin zu den Plänen gehöre nicht die sunnitischen Stämme in Anbar mit Waffen aufzurüsten.

Das sei Sache der irakischen Streitkräfte, sagte Smith. Die IS-Terrormiliz hatte in den vergangenen Tagen zahlreiche Angehörige eines sunnitischen Stamms in der Provinz exekutiert, der sich gegen die Extremisten gestellt hatte.

Fortschritte im Kampf um Kobane

Die syrischen Kurden haben sich im Kampf gegen die IS-Terrormiliz zuversichtlich gezeigt, ihre Grenzstadt Kobane in naher Zukunft zurückzuerobern. Die kurdischen Kämpfer kämen in Kobane «Strasse für Strasse voran», sagte der Chef der Syrischen Kurdenpartei Demokratische Union (PYD), Saleh Muslim, am Montagabend in Paris.

Sie machten zwar nur langsam Fortschritte, da die IS-Kämpfer sämtliche Häuser vermint hätten, sagte er. «Aber wir werden die Stadt in sehr kurzer Zeit zurückerobern.» Muslim äusserte sich in Paris am Rande eines Treffens zur Solidaritätsbekundung mit den Kurden in Kobane, das an der Grenze zur Türkei liegt.

Beifall für die Anführerin

Telefonisch wurde dabei auch die Anführerin der Kurdenkämpfer in Kobane, Maissa Abdo, zugeschaltet. Sie bestätigte, dass die Einheiten Fortschritte erzielt hätten. «Wir werden die Stadt Haus für Haus befreien und wir sind entschlossen, den Terrorismus und den Fundamentalismus zu vernichten», sagte sie unter Beifall.

Die 40-jährige Abdo, die auch unter ihrem Kampfnamen Narine Afrine bekannt ist, führt nach Angaben von Aktivisten die Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), den bewaffneten Arm der PYD, in Kobane an.

In der belagerten Stadt kämpfen die Kurden seit Wochen erbittert gegen die Jihadisten. Sie werden dabei von einer von den USA angeführten Militärallianz aus der Luft unterstützt. (chk/sda)

Erstellt: 11.11.2014, 04:48 Uhr

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Der Kampf um Kobane

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