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52 Zivilisten sterben bei Angriff auf IS

Über 3600 Angriffe hat die westliche Allianz bisher im Irak und in Syrien geflogen. An einem Strategietreffen geben sich die Generäle siegessicher. Gleichzeitig haben sie das bisher folgenschwerste Bombardement zu verzeichnen.

Die internationale Militärallianz setzt ihre Angriffe fort: Ein B1-Bomber der US-Luftwaffe über Syrien. (28. November 2014)
Die internationale Militärallianz setzt ihre Angriffe fort: Ein B1-Bomber der US-Luftwaffe über Syrien. (28. November 2014)
Reuters

Bei Luftangriffen der US-geführten internationalen Militärallianz auf ein Dorf im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 50 Zivilisten getötet worden. Die gegen die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) kämpfende Koalition habe am Freitagmorgen die Ortschaft Birmahle in der Provinz Aleppo beschossen und 52 Zivilisten, darunter sieben Kinder, getötet, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens 13 Menschen wurden demnach noch vermisst und unter Trümmern vermutet. Es dürfte das bisher folgenschwerste Bombardement der US-geführten Allianz in Syrien sein.

Der IS hatte im vergangenen Jahr Teile des Nordiraks und Syriens besetzt. Die Allianz aus westlichen und arabischen Staaten fliegt seit Monaten Luftangriffe auf IS-Kämpfer in beiden Ländern. Am 8. August begann sie ihren Einsatz in Syrien, am 23. September im Irak. Deutschland beteiligt sich nicht an den Angriffen, unterstützt aber gegen den IS kämpfende kurdische Kämpfer im Nordirak mit Waffen, Militärmaterial und Ausbildung.

Anti-IS-Bündnis lotet Strategie im Kampf gegen die Terrormiliz aus

Rund neun Monate nach Beginn der Luftangriffe auf Positionen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gibt sich das internationale Bündnis gegen den IS derweil siegessicher. Bei einem Strategietreffen von mehr als 300 Militärvertretern aus 39 Ländern sagte der britische Brigadegeneral Gary Deakin der derzeitige Plan werde zu einer Niederlage der Terrormiliz führen.

Das mehrtägige Treffen fand in Tampa im US-Bundesstaat Florida statt. Dort hat das US-Zentralkommando seinen Sitz, das die Angriffe gegen die IS-Kämpfer koordiniert.

«Am Boden haben irakische Kräfte die Ausbreitung des IS gestoppt und drängen ihn zurück», sagte der französische Generalmajor Bernard Commins. Es ist die dritte Runde dieser Art binnen eines Jahres, das vom US-Zentralkommando ausgerichtet wurde.

Mehr als 3600 Luftangriffe

Zu künftigen Angriffsplänen des Anti-IS-Bündnisses wurde wie gewohnt nichts bekannt. Das US-Zentralkommando teilte mit, zwölf Länder der Koalition hätten bislang mehr als 3600 Luftangriffe im Irak und in Syrien geflogen.

Im Irak beteiligten sich daran Staaten wie Australien, Belgien, Dänemark, Jordanien und Frankreich. In Syrien bombardierten neben den USA und Kanada auch mehrere arabische Länder IS-Ziele. Als Teil des Bündnisses hat Deutschland unter anderem kurdische Kämpfer im Nordirak ausgebildet.

Bei dem Vorfall in Nordsyrien hatten US-Kampfflugzeuge laut Berichten ein Dorf unter IS-Kontrolle angegriffen. Auch Kämpfer der Extremisten seien getötet worden. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der IS die Zivilisten als Schutzschilde missbrauchte.

Heftige Kämpfe unweit Latakias

Rebellen und Regierungskräfte lieferten sich indes unweit der Hafenstadt Latakia heftige Kämpfe um die strategisch wichtige Anhöhe Nabi Junis. Sollten die Regimegegner das Gebiet einnehmen, würde ihnen das den Weg in die syrische Küstenebene öffnen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Dort hat die religiöse Minderheit der Alawiten ihre Hochburg, der auch Machthaber Baschar al-Assad angehört. Die Küstenebene um Latakia ist seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 weitgehend von Kämpfen verschont geblieben.

Sollte der Konflikt das Gebiet erreichen, würde das den Druck auf die von Alawiten getragene Zentralregierung stark erhöhen.

Der UNO-Sondervermittler für Syrien, Staffan de Mistura, will von Dienstag an in Genf versuchen, wieder Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Opposition in Gang zu bringen.

Die Sondierungsgespräche mit einzelnen Konfliktparteien sollen über mehrere Wochen gehen. Die letzten Friedensverhandlungen in Genf waren Anfang 2014 gescheitert.

AFP/sda

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