Zum Hauptinhalt springen

70'000 Tote – und unverminderte Kämpfe

Im syrischen Bürgerkrieg ist die Zahl der Toten auf fast 70'000 gestiegen. Ein Ende des Konflikts ist jedoch noch immer nicht in Sicht; zurzeit verzeichnen die Rebellen mit einer Offensive im Norden Erfolge.

Leidtragende des Konflikts: Menschen in einer umkämpften Stadt im Norden Aleppos. (6. Februar 2013)
Leidtragende des Konflikts: Menschen in einer umkämpften Stadt im Norden Aleppos. (6. Februar 2013)
Keystone

Fast zwei Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen nahezu 70'000 Menschen ums Leben gekommen. In den vergangenen sechs Wochen seien fast 10'000 Menschen getötet worden, sagte die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Navi Pillay, heute vor dem Weltsicherheitsrat.

Diese Zahl zeige, wie verheerend sich Spaltung und Untätigkeit des höchsten UN-Gremiums auswirkten, sagte Pillay. Sie rief den Sicherheitsrat erneut dazu auf, die syrische Regierung vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu bringen.

Staudamm unter Kontrolle

Derweil setzt die bewaffnete Opposition mit der Einnahme von zwei Militärflugplätzen im Norden von Syrien die Regierung von Staatschef Bashar al-Assad unter Druck. Die Flugplätze Dscharrah und «Brigade 80» bildeten wichtige Abwehrstellungen der Regierungstruppen in den seit Wochen andauernden Kämpfen um den Zivilflughafen von Aleppo.

Ein von den Rebellen veröffentlichtes Video zeigt mehrere Kampfflugzeuge in einer Umgebung, die den Aufnahmen anderer Filme vom Flugplatz Dscharrah entspricht. «Diese Kampfflugzeuge sind nun in der Hand der Islamischen Bewegung Ahrar al Scham», sagt einer der Rebellen in dem Film. Der Flugplatz liegt in der Nähe des Staudamms Furat, den die Rebellen gestern unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Heftige Strassenkämpfe

Die Offensive der Assad-Gegner konzentiert sich offenbar auf die drei Nordprovinzen Aleppo, Rakka und Deir el Sur. Dort, in der Nähe der Grenze zum Irak, kam es in der gleichnamigen Provinzhauptstadt zu heftigen Strassenkämpfen mit Soldaten. Wenn die drei Provinzen vollständig in die Hand der Regierungsgegner fielen, «wäre dies ein strategischer Schlag gegen das Regime», sagte heute der Leiter des Syrischen Beobachterzentrums für Menschenrechte, Rami Abdul-Rahman.

Unterdessen teilte der zu den Regimegegnern gehörende Syrische Nationalrat (SNC) mit, dass eine Delegation dieser Organisation gestern Ziel eines Bombenanschlags gewesen sei. SNC-Präsident George Sabra sagte heute vor Journalisten in der Türkei, 13 führende Mitglieder, darunter er selbst, seien beim Übergang von Syrien in die Türkei dem Anschlag nur knapp entkommen. Bei der Explosion einer Autobombe wurden nach Angaben der türkischen Regierung 14 Menschen getötet.

SDA/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch