Ägypten fällt Todesurteil gegen Schmähfilm-Produzenten

Der Mohammed-Film «Die Unschuld der Muslime» sorgte in diversen islamischen Ländern für gewalttätige Ausschreitungen. Ägypten hat nun gegen acht Christen in Abwesenheit die Todesstrafe verhängt.

Löste eine Welle der Gewalt aus: Screenshot aus dem Film «die Unschuld der Muslime».

Löste eine Welle der Gewalt aus: Screenshot aus dem Film «die Unschuld der Muslime». Bild: Reuters

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Ein Gericht in Kairo hat am Mittwoch sieben koptische Christen aus Ägypten und einen Geistlichen aus den USA wegen ihrer Beteiligung an einem islamfeindlichen Film zum Tod verurteilt. Wie die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete, wurden alle Angeklagten in Abwesenheit verurteilt.

Die ägyptischen Kopten, darunter der Regisseur des Films und der Prediger Terry Jones aus Florida, befinden sich derzeit alle in den Vereinigten Staaten. Die Angeklagten wurden wegen ihrer Beteiligung an der Produktion oder Verbreitung des Films «Die Unschuld der Muslime» der Gotteslästerung schuldig befunden.

Mufti muss zustimmen

Vor der endgültigen Urteilsverkündung am 29. Januar muss erst noch der Mufti der Republik zustimmen. Dies ist bei Todesurteilen in Ägypten Vorschrift.

Während der Gerichtsverhandlung wurden der Mena zufolge Ausschnitte des Low-Budget-Films gezeigt. Auch Bilder aufgebrachter Libyer bei einer Demonstration gegen den Film wurden gezeigt.

In «Unschuld der Muslime» wird der Prophet Mohammed als Frauenheld, Tölpel und Kinderschänder dargestellt. Im Internet veröffentlichte Ausschnitte lösten in der muslimischen Welt Anfang September gewalttätige Proteste aus, bei denen es mehr als 30 Tote gab. (mrs/reuters)

Erstellt: 28.11.2012, 20:16 Uhr

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