Ägypten will Suezkanal verdoppeln

Der Suezkanal ist eine der wichtigsten Einnahmequellen Ägyptens. Nun kündigt die Regierung ein gigantisches, neues Bauprojekt an.

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Ägypten will den Suez-Kanal ausbauen. Auf einer Länge von 72 Kilometern werde parallel zur bestehenden Wasserstrasse ein «neuer Suez-Kanal» errichtet, kündigte der Vorsitzende der Kanalbehörde, Mohab Mamish, auf einer Konferenz in der Hafenstadt Ismailia an.

Die Kosten des Projekts bezifferte Mamish auf vier Milliarden Dollar. Abgeschlossen sein solle der Ausbau in spätestens fünf Jahren. Ägypten werde aber alles daran setzen, das Projekt in drei Jahren fertigzustellen.

Der Suez-Kanal ist 163 Kilometer lang und wurde vor knapp 150 Jahren gebaut. Er erspart auf der Route von Europa nach Asien die Umfahrung Afrikas. Ein Grossteil der Waren zwischen den beiden Wirtschaftsräumen sowie des Öls aus den arabischen Staaten nach Europa wird über den Kanal transportiert.

Die Wasserstrasse wird zurzeit einspurig befahren und hat deswegen drei Begegnungsstellen, die insgesamt knapp 80 Kilometer lang sind. Nach Angaben Mamishs sollen 35 Kilometer neu ausgehoben werden. Auf einer Strecke von 37 Kilometern solle der Kanal erweitert und vertieft werden.

Militär trägt Verantwortung für Ausbau

In einem Werbefilm für das Projekt wurde suggeriert, dass durch den Bau Wartezeiten verringert werden und Schiffe zweispurig fahren können. Mit Einnahmen von rund fünf Milliarden Dollar ist der Kanal eine der wichtigsten Devisen-Quellen des nordafrikanischen Landes.

Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi erklärte, aus Sicherheitsgründen sei dem Militär die Verantwortung für das Projekt übertragen worden. Bis zu 20 ägyptische Firmen könnten am Bau beteiligt werden. Sie würden unter Aufsicht des Militärs stehen, das weite Teile der ägyptischen Wirtschaft kontrolliert.

Der frühere Armeechef al-Sisi stand hinter der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Jahr. Nach dem Sturz gingen die Behörden mit grosser Härte gegen die Muslimbrüder Mursis vor. Gleichzeitig nahmen Anschläge radikaler Islamisten auf der Sinai-Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum Suez-Kanal zu. (mrs/sda)

Erstellt: 05.08.2014, 11:59 Uhr

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