Angola lasse Dissidenten verschwinden

Amnesty International wirft Angola schwere Menschenrechtsverbrechen vor – und das obwohl das afrikanische Land für zwei Jahre im UNO-Sicherheitsrat sitzt.

Müsse laut Amnesty International die Gewalt beenden: Angolas Präsident José Eduardo dos Santos. (Archivbild)

Müsse laut Amnesty International die Gewalt beenden: Angolas Präsident José Eduardo dos Santos. (Archivbild) Bild: Reuters

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der Regierung und den Sicherheitskräften in Angola ein brutales Vorgehen gegen Dissidenten vorgeworfen. Angola sitzt ab dem neuen Jahr als nicht-ständiges Mitglied für zwei Jahre im UNO-Sicherheitsrat.

Das Land im Südwesten Afrikas habe sich zu einem Staat entwickelt, «der sich gegen das eigene Volk wendet und dessen Regierung Kritik von ihren Bürgern nicht erträgt», kritisierte Amnesty in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Darin beklagt die Organisation «rechtswidrige Verhaftungen, aussergerichtliche Tötungen und das Verschwinden» von Oppositionellen.

Der seit 35 Jahren herrschende Präsident José Eduardo dos Santos müsse diese «exzessive Gewalt» umgehend beenden. Angola trage als Mitglied der Vereinten Nationen aber die Verantwortung dafür, internationale Menschenrechtsstandards im eigenen Land umzusetzen, schreibt Amnesty.

Der Bericht dokumentiert unter anderem rund 20 Protestaktionen, die im Laufe von zwei Jahren gewaltsam niedergeschlagen wurden. Das Vorgehen der Behörden komme einem «Verbot» sämtlicher regierungskritischer Demonstrationen gleich, kritisierte Amnesty.

Dargelegt ist zum Beispiel das Schicksal von zwei Männern, die nach der Organisation einer Demonstration gegen die Regierung im März 2012 verschwanden und später ermordet worden sein sollen. Ein anderer Aktivist wurde demnach erschossen, nachdem er Flugblätter in der Nähe des Präsidentenpalasts verteilt hatte.

Die in Grossbritannien ansässige Organisation wirft den Behörden in Angola in dem Bericht ausserdem vor, Protestierende misshandelt zu haben. Sie seien ausserdem politisch motivierten Prozessen ausgesetzt, hiess es. (chk/sda)

Erstellt: 13.11.2014, 05:21 Uhr

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