Assad verliert einen wichtigen Verbündeten

Der iranische Präsident Rohani sagt, er würde auch einen neuen syrischen Führer akzeptieren. Dem Westen wirft er vor, nur ein Ziel zu haben.

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Der Iran wäre bereit, auch einen anderen syrischen Führer als Präsident Bashar al-Assad zu akzeptieren. Allerdings gehe es im Syrienkonflikt nicht um Assad, sagte heute der iranische Präsident Hassan Rohani an einem Treffen mit Kommandanten der Revolutionsgarden in Teheran. «Syrien muss in erster Linie zur Stabilität zurückfinden. Und dann werden auch wir bei einem demokratischen Prozess jeden Präsidentschaftskandidaten, der die Mehrheit der Stimmen erhält, akzeptieren», sagte Rohani laut Nachrichtenagentur Fars.

Rohani warf dem Westen vor, über den Syrienkonflikt die Verhältnisse im Nahen Osten ändern zu wollen. «Dabei soll in erster Linie Israel gestärkt und die antiisraelische Front geschwächt werden.» Aber wie in Afghanistan und im Irak würden die westlichen und amerikanischen Rechnungen auch in Syrien nicht aufgehen, prophezeite Rohani.

Diplomatische Initiative begrüsst

Syrien ist der engste Verbündete des Iran im Kampf gegen Erzfeind Israel. Teheran ist vehement gegen einen westlichen Militäreinsatz in Syrien und hat daher die russisch-amerikanische Übereinkunft zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen auch begrüsst.

Teheran hofft, dass damit auch die Kriegsoption vom Tisch sei und das syrische Volk nun intern über die politische Zukunft des Landes entscheiden könne. Dennoch ist es ein offenes Geheimnis, dass die iranischen Führer, auch Rohani, einen Verbleib Assads an der Macht vorziehen würden. (rbi/sda)

Erstellt: 16.09.2013, 10:33 Uhr

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