«Bei einem Aufstand des ägyptischen Volkes trete ich ab»

Präsidentschaftskandidat Abdel Fattah al-Sisi will das Leben in Ägypten innert zwei Jahren verbessern. Sollten ihn die Wähler nicht mehr wollen, würde er nicht warten, bis ihn die Armee verdrängt.

«Ich kann nicht warten, bis die Armee mich zum Rücktritt drängt»: Ägyptischer Präsidentschaftskandidat Abdel Fattah al-Sisi. (8. Mai 2014)

«Ich kann nicht warten, bis die Armee mich zum Rücktritt drängt»: Ägyptischer Präsidentschaftskandidat Abdel Fattah al-Sisi. (8. Mai 2014) Bild: Reuters

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Der ägyptische Präsidentschaftskandidat Abdel Fattah al-Sisi will nach seinem erwarteten Wahlsieg die Lebensumstände seiner Landsleute binnen zwei Jahren verbessern. Falls das Volk sich jedoch trotzdem gegen ihn erhebe, sei er von sich aus zum Rücktritt bereit, erklärte er in seinem ersten TV-Interview mit ausländischen Medien. Der erste Teil des Gesprächs mit «Sky News Arabia» wurde am Sonntag ausgestrahlt.

Al-Sisi hatte als Armeechef im vergangenen Sommer den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi abgesetzt. Schon im Vorjahr hatte das Militär nach dem Rücktritt des langjährigen Autokraten Hosni Mubarak interveniert und übergangsweise die Führung des Landes übernommen. Bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen am 26. und 27. Mai gilt Al-Sisi nun als klarer Favorit, es gibt nur einen Gegenkandidaten.

«Ich sorge mich um das Land»

«Glauben Sie, dass ich beim dritten Mal warten werde?», fragte Al-Sisi mit Blick auf mögliche Volksaufstände, die das politische Ende Mursis und Mubaraks einläuteten. «Wenn die Leute auf die Strasse gehen, werde ich sagen, ich stehe euch zu Diensten. Ich kann nicht warten, bis die Armee mich zum Rücktritt drängt. So bin ich nicht. Ich sorge mich um das Land.»

Zudem bekräftigte Al-Sisi seine Kritik an der Ägide Mursis und dem Aufstieg von dessen Muslimbruderschaft. Die Gruppe habe neben dem Staat einen parallelen Führungsanspruch erhoben, die Probleme des Landes jedoch nicht gelöst. Eine religiöse orientierte Führung werde es unter ihm nicht geben, erklärte Al-Sisi.

Terroristische Vereinigung

Die Übergangsregierung in Kairo stuft die Bruderschaft inzwischen als terroristische Vereinigung ein und wirft ihr vor, das Land mit Gewalt destabilisieren zu wollen. Etliche Unterstützer Mursis und führende Mitglieder der Gruppe sitzen in Haft, mehr als 1300 von ihnen wurden beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte getötet. Die Muslimbrüder weisen die Vorwürfe zurück und halten den Behörden vor, eine Verleumdungskampagne gegen sie zu führen. (chk/AP)

Erstellt: 12.05.2014, 05:05 Uhr

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