Boko Haram verfügt über 4000 bis 6000 fanatische Kämpfer

10'000 Menschenleben gingen im vergangenen Jahr auf das Konto der Extremistengruppe Boko Haram. Laut US-Geheimdienst verfügt sie über ein grosses Netzwerk und kann auf Tausende Kämpfer zurückgreifen.

Können sich in 30 Städte und Dörfer zurückziehen: Boko-Haram-Kämpfer in Nigeria. (Archivbild)

Können sich in 30 Städte und Dörfer zurückziehen: Boko-Haram-Kämpfer in Nigeria. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die Islamistenmiliz Boko Haram stützt sich bei ihrem Aufstand im Nordosten Nigerias nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste auf 4000 bis 6000 fanatische Kämpfer. Boko Haram soll demnach allein im vergangenen Jahr 10'000 Menschen getötet haben.

In den Gebieten unter ihrer Kontrolle hätten die Islamisten ein Netzwerk aus 30 Städten und Dörfern, in die sie sich unbehelligt zurückziehen könnten, erklärten Geheimdienstler gemäss der Nachrichtenagentur Reuters.

Boko Haram greift auch Nachbarländer an

Die Extremisten greifen zunehmend auch Gebiete in Nachbarländern an, zuletzt am Freitag die Stadt Bosso in Niger. Soldaten des Landes und aus dem Tschad hätten die Angreifer zurückgeschlagen, teilte das Militär in Niger mit.

Im Grenzgebiet zwischen Niger und Nigeria sind auch Hunderte Soldaten aus dem Tschad stationiert, die Niger bei der Abwehr der Boko Haram helfen. Auch Kampfflugzeuge aus Tschad hätten in den Kampf eingegriffen.

Boko Haram kämpft seit rund fünf Jahren für einen radikal-islamischen Staat im Nordosten Nigerias und bedroht auch die Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger. Diese Staaten haben daher ihre Truppen in der Region verstärkt.

7500 Mann gegen die Islamistenmiliz

Die Armee des Tschad gilt als eine der stärksten in dem Gebiet. Die Afrikanische Union (AU) will zum Kampf gegen die Islamisten eine 7500 Mann starke Truppe aufstellen, an der sich auch Niger beteiligen soll.

In einer am Freitag bekanntgewordenen Analyse heisst es, eine Gefahr für die Ölfelder werde durch die Gruppe wahrscheinlich nicht ausgehen. Boko Haram weitet seine Entführungen und Anschläge mittlerweile über Nigeria hinaus in Nachbarländer wie Niger aus. (chk/sda)

Erstellt: 07.02.2015, 03:27 Uhr

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