«Das Feuer wird auf die Türkei übergreifen»

Sollte seine Regierung stürzen, käme es in Nahost zu einem Flächenbrand, sagte der syrische Präsident Assad in einem TV-Interview. Gleichzeitig greift er den türkischen Regierungschef und die Arabische Liga an.

Die Machtübernahme durch «Terroristen» wäre ein «Domino-Effekt»: Bashar al-Assad in einem türkischen Interview. (3. April 2013)

Die Machtübernahme durch «Terroristen» wäre ein «Domino-Effekt»: Bashar al-Assad in einem türkischen Interview. (3. April 2013) Bild: AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat in einem Interview mit türkischen Medien vor einem Flächenbrand in Nahost gewarnt, sollte seine Regierung stürzen. Die Folge einer solchen Machtübernahme durch «Terroristen» wäre ein «Domino-Effekt», der die gesamte Region «für viele Jahre, sogar Jahrzehnte» destabilisieren würde, sagte Assad in dem am Freitag von der syrischen Präsidentschaft auf ihrer Seite beim Online-Netzwerk Facebook veröffentlichten Gespräch mit dem TV-Sender Ulusal und der Zeitung Aydinlik.

Den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan kritisierte Assad scharf. Erdogan habe seit dem «Beginn der Krise in Syrien» vor rund zwei Jahren «nicht ein einziges Wort der Wahrheit gesprochen». «Das Feuer wird auf die Türkei übergreifen, leider sieht er (Erdogan) nicht die Realität hier.»

Angriff auf Erdogan

Dem türkischen Regierungschef warf Assad vor, zusammen mit Israel daran zu arbeiten, «Syrien zu zerstören», aber das «syrische Volk hat sich widersetzt». «Wir können Idioten, unreifen Führern nicht erlauben, die Beziehungen zu zerstören» zwischen Türken und Arabern. Ankara unterstützt die Aufständischen gegen Assad.

In bereits zuvor veröffentlichten Passagen des Interviews spricht Assad zudem der Arabischen Liga die Legitimität ab. «Der Arabischen Liga mangelt es an Legitimität.» Die Liga repräsentiere die arabischen Staaten, aber nicht die arabischen Völker, sagte Assad.

Syriens Mitgliedschaft wurde im November 2011 von der Organisation suspendiert. Ende März lud die Arabische Liga erstmals die syrische Opposition als legitime Vertreterin Syriens ein. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert seit März 2011 an. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in dem Konflikt bereits mehr als 70'000 Menschen getötet. (chk/AFP)

Erstellt: 06.04.2013, 05:30 Uhr

Artikel zum Thema

«Viele Freundschaften sind darüber zerbrochen»

Es ist ein heikles Tabuthema: Die Drusen auf den Golanhöhen zeigten bislang unverbrüchliche Treue gegenüber Syriens Staatschef Assad. Doch Zweifel an der Unterstützung mehren sich. Mehr...

Das syrische Dilemma

Hintergrund Die Regierung Obama fürchtet eine islamistische Machtübernahme in Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes. Washington will deshalb die Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen kontrollieren. Mehr...

Asma al-Assad tritt an Anlass in Damaskus auf

Zum ersten Mal seit Langem ist die Gattin von Bashar Assad mit ihren Kindern in der Öffentlichkeit aufgetreten. Derweil haben Rebellen auf den Golan-Höhen einen Posten des syrischen Geheimdienstes eingenommen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Es gibt Besseres als Escorts

Echte Erotik und richtigen Sex, bei dem beide Lust aufeinander haben, findet man nicht bei Escorts. Aber dafür beim Casual-Dating im Internet.

Kommentare

Blogs

Mamablog Gelassen bleiben – eine Anleitung

Die Welt in Bildern

Schall und Rauch: Kiffer versammeln sich vor dem kanadischen Parlamentshaus in Ottawa, um bei der jährlichen sogenannten «4/20»-Demonstration teilzunehmen. Das Land hat den Cannabiskonsum legalisiert. (20. April 2018)
(Bild: Chris Wattie ) Mehr...