Der «Volksheilige» relativiert sich selbst

Am Dienstag erscheint ein neues Buch über Nelson Mandela. Erste Auszüge zeigen: In «Bekenntnisse» möchte der Ex-Präsident Südafrikas mit dem Bild aufräumen, das die Öffentlichkeit von ihm gezeichnet hat.

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Zwei Tage vor dem Erscheinen sind erste Passagen aus dem Buch «Bekenntnisse» über Südafrikas früheren Präsidenten Nelson Mandela öffentlich geworden. Für das Buch, das am Dienstag in 22 Ausgaben und in 20 Sprachen auf den Markt kommt, trug die Mandela-Stiftung Briefe und Tagebuchaufzeichnungen des heute 92-Jährigen zusammen, die den Privatmann hinter der internationalen Ikone zeigen soll.

Er wolle nicht, dass er als «Heiliger» in Erinnerung behalten werde, heisst es in einem der Schriftstücke, aus dem die südafrikanische «Sunday Times» zitierte.

«Eines der Probleme, die mich im Gefängnis tief beschäftigt haben, war das falsche Bild, das ohne meinen Willen in der ganzen Welt auf mich projiziert wurde», schreibt Mandela. «Man sah in mir einen Heiligen. Ich bin das nie gewesen.»

Keine Ambitionen auf das Präsidentenamt

Zudem verrät er in dem Buch, dass er das Präsidentenamt niemals angestrebt hat. «Meine Einsetzung als erster demokratisch gewählter Präsident Südafrikas erfolgte gegen meinen Rat», zitierte das Nachrichtenmagazin «Focus» aus dem Buch.

Mandela verbrachte wegen seines Kampfes gegen das südafrikanische Apartheid-Regime 27 Jahre in Haft und wurde weltweit zum Mythos. Nach seiner Freilassung 1990 ermöglichte er mit seiner Politik der Versöhnung einen friedlichen Systemwechsel.

1993 erhielt er den Friedensnobelpreis. Ein Jahr später wurde Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Im Juni 1999 gab er das Präsidentenamt ab. Seit einigen Jahren tritt er nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. (mrs/sda)

Erstellt: 11.10.2010, 11:09 Uhr

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