Die Islamisten einbinden

Zu den Verhandlungen über eine Waffenruhe in Syrien müssen auch Islamistengruppen eingeladen werden.

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Frieden in Syrien oder zumindest einen Waffenstillstand wird es nur geben, wenn alle massgeblichen bewaffneten Gruppen in eine Vereinbarung eingebunden sind. Die Jihadisten des Islamischen Staats haben kein Interesse am Ende dieses Kriegs und auch die Nusra-Front nicht. Andere von Syrern getragene Islamistengruppen haben sich jedoch zu Verhandlungen bereit erklärt. Auch auf Druck von Saudiarabien und der Türkei.

Die Aussenminister der USA und Russlands haben trotz aller Differenzen einen Friedensprozess angeschoben. Die bewaffnete Opposition wurde zur Bildung einer gemeinsamen Verhandlungsdelegation gezwungen, und damit wurde eine Forderung Moskaus erfüllt. Russland und das Assad-Regime hatten allerdings vergeblich darauf gehofft, vor den Gesprächen in Genf noch einige der Islamistengruppen militärisch zu erledigen. Deshalb will man sie jetzt zu Terroristen erklären und so von den Verhandlungen ausschliessen.

Sie sind keine appetitlichen Partner, da hat Moskau recht, ideologisch nicht, und auch scheren sie sich kaum um Menschen- oder Völkerrecht. Wäre das allein der Massstab, hätte sich aber auch das Assad-Regime als Gesprächspartner längst unmöglich gemacht. Es pocht auf seine Legitimität und bombardiert zugleich das eigene Volk.

Die Islamisten kontrollieren in Syrien Zehntausende Kämpfer. Sie auszuschliessen, würde ein Scheitern jeder Waffenruhe vorwegnehmen. Militärisch zu gewinnen ist der Krieg aber nicht. Das dürfte inzwischen auch Moskau klar geworden sein.

Erstellt: 25.01.2016, 07:44 Uhr

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