«Die Peshmergakämpfer können Kobane etwas Luft verschaffen»

Die Kurden in Kobane werden bald von rund 150 Peshmergakämpfern unterstützt. Was können sie ausrichten?

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Knapp zwei Monate dauern die Kämpfe in der nordsyrischen Grenzstadt Kobane nun schon an – jetzt kommt Verstärkung für die Kurden. 150 Peshmerga aus dem Nordirak sollen ihnen helfen, Kobane zu halten.

«Die Entsendung der Peshmergakämpfer ist eine symbolische Unterstützung», sagte ein Korrespondent gegenüber der BBC. Die Leute in Kobane würden die Stadt bereits seit 44 Tagen verteidigen, da sei es wichtig, dass sie Unterstützung spürten.

Feuerkraft liefern

Die Strassen in Kobane seien noch immer heftig umkämpft, die Kurden hätten mehrmals um Waffen und zusätzliche Luftschläge gebeten. Dazu könnten die Peshmergakämpfer etwas beitragen: Die Kurden in Kobane hätten bisher mit leichten Geschütz gekämpft, etwa mit AK47-Gewehren. «Die Peshmergakämpfer können ihnen mehr Feuerkraft liefern und der Stadt so etwas Luft verschaffen. Denn sie kommen mit schweren Waffen», sagte der BBC-Korrespondent.

Die Angaben über die Stärkeverhältnisse in Kobane gehen auseinander. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptet, die Stadt unter Kontrolle zu haben. Gemäss Aussagen einer Kurdenführerin kontrolliert der IS 40 Prozent.

Erste Kämpfer in der Türkei gelandet

Die ersten zur Verteidigung der seit Wochen belagerten syrischen Grenzstadt Kobane entsandten Peshmergakämpfer sind in der Nacht in der Türkei eingetroffen. Die Milizionäre aus dem Irak landeten auf einem Flughafen im südtürkischen Sanliurfa.

Einer AFP-Reporterin zufolge brach ein Konvoi aus drei Bussen nach der Landung unverzüglich zur rund 50 Kilometer entfernten türkisch-syrischen Grenze auf. Begleitet wurden die Peshmerga von fünf Fahrzeugen der türkischen Armee und Polizei. Die Strasse wurde eigens für diesen Zweck abgesperrt.

Militärkonvoi aus Erbil

Am Dienstag war zudem ein Militärkonvoi mit 80 weiteren Kurdenkämpfern vom nordirakischen Erbil in Richtung Kobane aufgebrochen. Ein kurdischer Offizier sagte, der Konvoi aus 40 Lastwagen habe Waffen geladen, darunter Artilleriegeschütze und Maschinengewehre.

Unter dem Druck der USA hatte Ankara in der vergangenen Woche erlaubt, dass rund 150 Peshmerga über türkisches Territorium nach Kobane gelangen können.

Schwierige Beziehungen

Die türkische Regierung unterhält zwar gute Beziehungen zur Führung der autonomen Kurdenregion im Nordirak. Ankara weigerte sich jedoch lange, den Kurden in Kobane zu helfen. Die dort kämpfenden kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sind der bewaffnete Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD), der Schwesterorganisation der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Ankara stuft die PKK und PYD als «Terrororganisationen» ein. Die YPG-Kämpfer stehen ihrerseits einer Unterstützung durch die Peshmerga skeptisch gegenüber.

Kämpfer der Jihadistenorganisation IS versuchen seit Wochen, Kobane zu erobern. Die Grenzstadt im Norden Syriens ist zu einem Symbol im Kampf gegen den IS geworden, der weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht hat und dort Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begeht. (chk/rar/sda)

Erstellt: 29.10.2014, 04:58 Uhr

Auch Freie Syrische Armee unterwegs nach Kobane

Nach den kurdischen Peschmerga-Kämpfern aus dem Irak haben sich auch Angehörige der regierungsfeindlichen Freien Syrischen Armee (FSA) zur Verteidigung von Kobane auf den Weg gemacht. Etwa 150 FSA-Kämpfer hätten in der Nacht zum Mittwoch die Grenze bei Mürsitpinar in der Türkei nach Syrien passiert, sagte ein örtlicher türkischer Behördenvertreter.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte das im Grundsatz, sprach aber von 50 FSA-Angehörigen. Laut der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat überquerten die Kämpfer die Grenze bei Mürsitpinar in acht Fahrzeugen. (AFP)

Bildstrecke

Der Kampf um Kobane

Der Kampf um Kobane IS-Kämpfer rücken von drei Seiten auf die im Arabischen Ain al-Arab genannte Kurdenstadt in Nordsyrien vor.

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