«Die Welt muss sie retten»

Siebenjährige müssen arbeiten, Jungen werden in Trainingscamps zu Kriegern ausgebildet: UNO-Sonderbotschafterin Angelina Jolie und die UNO warnen vor einer «Generation der Unschuldigen».

Sondergesandte des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge: Angelina Jolie. (Archiv)

Sondergesandte des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge: Angelina Jolie. (Archiv) Bild: Keystone

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Zwangsrekrutierung, Kinderarbeit, Diskriminierung und Einsamkeit: Die syrischen Flüchtlingskinder im Libanon und in Jordanien sind mit einer Vielzahl an Problemen und Gefahren konfrontiert, wie aus der ersten UNHCR-Studie über ihre Lage hervorgeht.

«Die Welt muss eine Generation von traumatisierten, isolierten und leidenden Kindern vor der Katastrophe retten», erklärte Schauspielerin Angelina Jolie in ihrer Funktion als Sondergesandte des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR). «Wenn wir nicht schnell handeln, wird diese Generation der Unschuldigen langfristig zu Opfern eines entsetzlichen Krieges», erklärte Hochkommissar António Guterres. Unter den 2,3 Millionen Flüchtlingen befinden sich gemäss den Angaben 1,1 Millionen Kinder.

Der Bericht «Die Zukunft Syriens – Flüchtlingskinder in der Krise» ist die erste UNHCR-Forschungsarbeit über syrische Kinder seit dem Ausbruch der Krise im März 2011. 70'000 Flüchtlingsfamilien müssen demnach ohne Vater auskommen, 3700 Kinder wurden von beiden Eltern getrennt oder sind gar gänzlich auf sich alleine gestellt.

Siebenjährige müssen arbeiten

Es gibt gemäss UNHCR mehr Flüchtlingskinder, die nicht zur Schule gehen, als solche, die eine Schulbildung erhalten. In Jordanien sind mehr als die Hälfte der Flüchtlingskinder nicht in der Schule. Weil viele Flüchtlingsfamilien kein Geld haben, schicken sie ihre Kinder zum Arbeiten. Bereits siebenjährige Flüchtlingskinder würden sowohl in Libanon wie in Jordanien unter ausbeuterischen Bedingungen viele Stunden arbeiten, heisst es in dem Bericht. Es gibt auch Jungen, die Trainings für einen Kampfeinsatz in Syrien absolvieren.

Als weiteres schwerwiegendes Problem nennt der Bericht die hohe Zahl von Kindern, die ohne Geburtsurkunde im Exil geboren wurden. Ohne dieses Dokument droht den Kleinen die Staatenlosigkeit. Jolie und Guterres riefen dazu auf, Syriens Nachbarländer zu unterstützen, damit die Hilfe für die Flüchtlinge verbessert werden kann. (ami/sda)

Erstellt: 29.11.2013, 06:49 Uhr

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