«Die iranische Verteidigung ist bereit»

Mehrere Male hatte Israel in den vergangenen Wochen einen Luftangriff auf den Iran für möglich erklärt. Mahmoud Ahmadinejad spielt die Gefahr in einer Rede herunter – und warnt Jerusalem.

«Wir erwarten nicht, dass ein 33 Jahre altes Problem zwischen den USA und dem Iran in eiligen Diskussionen gelöst wird»: Ahmadinejad spricht in New York. (24. September 2012)

«Wir erwarten nicht, dass ein 33 Jahre altes Problem zwischen den USA und dem Iran in eiligen Diskussionen gelöst wird»: Ahmadinejad spricht in New York. (24. September 2012) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat die Gefahr eines israelischen Angriffs auf sein Land heruntergespielt. Teheran nehme Drohungen Israels grundsätzlich nicht ernst, sagte er am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Die Verteidigung des Landes sei jedoch bestens vorbereitet, warnte er. Israel befinde sich in einer Sackgasse und suche ein Abenteuer, um wieder aus ihr herauszukommen, erklärte Ahmadinejad.

Israel hatte in den vergangenen Monaten Luftangriffe auf die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen. Die Regierung in Jerusalem wie auch die USA und ihre Verbündeten gehen davon aus, dass der Iran Kernwaffen entwickelt. Teheran hingegen hatte stets versichert, das Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecken. Dies bekräftigte auch Ahmadinejad in New York.

Zugleich schloss der Präsident eine rasche Lösung des Atomkonflikts aus. «Wir erwarten nicht, dass ein 33 Jahre altes Problem zwischen den USA und dem Iran in eiligen Diskussionen gelöst wird aber wir glauben an einen Dialog», sagte er. Demnach sieht die iranische Regierung den Streit eher als politische Angelegenheit und nicht als juristische Frage.

Carney: Ahmadinejad sagt «dumme Dinge»

Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, erklärte dazu, Ahmadinejad sage regelmässig «dumme, beleidigende und manchmal unverständliche Dinge». Er solle sich lieber auf die Versäumnisse seiner Regierung konzentrieren, sich an die internationalen Verpflichtungen des Landes und an UN-Resolutionen zu halten, sagte Carney.

Vorwürfe, dass sein Land Waffen an die syrische Regierung zur Unterdrückung des Bürgerkriegs liefere, wies Ahmadinejad zurück. Sein Land sei im syrischen Bürgerkrieg neutral, sagte er.

Ahmadinejad nimmt zum achten Mal an der jährlich stattfindenden UN-Vollversammlung teil. Im kommenden Jahr wird er nach eigener Aussage nicht zu der Konferenz kommen, da seine zweite Amtszeit sich dem Ende zuneigt und er für keine weitere antreten darf. (kpn/dapd)

Erstellt: 24.09.2012, 23:33 Uhr

Iran nimmt die israelischen Angriffsdrohungen nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedjad nicht ernst, ist aber auf eine Verteidigung des Landes vorbereitet. (Video: Reuters )

Artikel zum Thema

Mullahs machen das Land googlefrei

Nach der Sperrung von Youtube macht Teheran ernst mit der Einrichtung eines vom weltweiten Internet abgekoppelten landesweiten Intranets: Jetzt ist auch Gmail im Iran nicht mehr verfügbar. Mehr...

Iranische Regierung will Schwarzmarkt für Dollar bekämpfen

Geldpolitik Teheran Im Kampf gegen den florierenden Schwarzmarkt ist im Iran ein neues Zentrum für Devisenhandel eröffnet worden. Mehr...

Iran wirft Siemens Atomanlagen-Sabotage vor

Siemens soll explosive Stoffe in Geräten versteckt haben, die Teheran für sein Atomprogramm gekauft hat. Ziel sei gewesen, wichtige Systeme zu zerstören, erklärt die iranische Regierung. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Russische Torte: Indische Konditoren legen letzte Hand an eine essbare Kopie der Moskauer Basilius-Kathedrale, die sie für die 45. Kuchenausstellung geschaffen. (12. Dezember 2019)
(Bild: Jagadeesh NV) Mehr...