Drei Bomben explodieren vor Kairoer Universität

Mit vermutlich selbstgebauten Sprengsätzen ist ein Anschlag auf ägyptische Bereitschaftspolizisten verübt worden. Ein Gerneral wurde getötet.

Wurden Ziel eines Anschlags: Bereitschaftspolizisten vor der Universität in Kairo nach einer der Explosionen. (Video: Youtube/VideoYoum7)


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Vor dem Campus der Hochschule in Kairo detonieren drei Sprengsätze. Die Explosionen sollten offenbar dort stationierte Bereitschaftspolizisten treffen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen ist ein Polizeigeneral ums Leben gekommen. Mindestens sieben Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere ranghohe Polizeibeamte.

Ein Kameramann der Nachrichtenagentur AP berichtete, die drei Explosionen hätten sich in der Nähe eines Polizeipostens ereignet. Nach einem Bericht des ägyptischen Staatsfernsehens waren die Sprengsätze selbst gebaut. Die ersten beiden waren an einem Baum versteckt und explodierten im Abstand von weniger als einer Minute, wie Sicherheitsbeamte sagten. Die dritte Bombe sei in einem anderen Baum in der Nähe platziert gewesen und sei knapp zwei Stunden später detoniert.

Ein Zentrum der Proteste

Die Bereitschaftspolizei ist ständig vor der Universität stationiert, um möglichen Demonstrationen von Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu begegnen. Mursi war im Juli 2013 vom Militär entmachtet worden. Fast täglich protestieren dessen Anhänger an Hochschulen gegen die vom Militär gestützte Übergangsregierung. Die Universität Kairo ist ein wichtiges Zentrum dieser Proteste, bei denen es häufig zu Zusammenstössen mit Sicherheitskräften kommt.

Die Bombenexplosionen sind Teil einer Serie von Anschlägen auf Polizei und Militär in Ägypten, die mit dem Sturz Mursis im vergangenen Sommer begonnen hatten. Die Sicherheitskräfte gehen derzeit verstärkt gegen protestierende Mursi-Anhänger und Mitglieder seiner islamistischen Muslimbruderschaft vor, die inzwischen als Terrororganisation eingestuft wird und verboten ist. Hunderte Islamisten kamen bisher ums Leben, mehr als 16 000 wurden festgenommen. Die Muslimbruderschaft bestreitet, Verbindungen zu terroristischen Organisationen zu haben und beharrt darauf, dass ihre Proteste friedlich seien.

Für Ende Mai sind in Ägypten Präsidentschaftwahlen geplant. Als Favorit gilt der bisherige Armeechef Abdel-Fattah al-Sisi. (mw/AP)

Erstellt: 02.04.2014, 13:55 Uhr

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