Ebola offiziell «eine Gefahr für den Weltfrieden»

Die Epidemie ist laut dem UNO-Sicherheitsrat «beispiellos». Jetzt wird eine Sondermission nach Westafrika entsandt.

: Margaret Chan, Direktorin der WHO vor dem UNO-Sicherheitsrat. (18. September 2014)

: Margaret Chan, Direktorin der WHO vor dem UNO-Sicherheitsrat. (18. September 2014) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Vereinten Nationen wollen noch in diesem Monat eine Sondermission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie nach Westafrika schicken. Der Rat stufte die Epidemie als Gefahr für den Weltfrieden ein.

«Die beispiellose Situation verlangt nach nie dagewesen Schritten, um Leben zu retten und Frieden und Sicherheit zu bewahren», sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag in New York vor dem UNO-Sicherheitsrat. «Deswegen habe ich entschieden, eine UNO-Sondermission für Gesundheitsnotfälle einzurichten.»

Die Mission solle sich darum kümmern, den Ausbruch der Epidemie zu stoppen, Patienten zu behandeln, notwendige Versorgung nach Westafrika zu bringen, Frieden und Sicherheit zu bewahren und mögliche weitere Ebola-Ausbrüche zu verhindern.

Alle drei Wochen eine Verdoppelung

In einer einstimmig am Donnerstag verabschiedeten Resolution wurde darüber hinaus die Staatengemeinschaft aufgefordert, dringende Hilfen für den Kampf gegen das tödliche Virus bereitzustellen. Ban warnte, dass sich die Zahl der Ebola-Infektionen mittlerweile alle drei Wochen verdopple.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist die schlimmste seit der Entdeckung des Virus. Seit Jahresbeginn starben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2630 Menschen an der hochansteckenden Krankheit. Mehr als 5300 Menschen wurden infiziert. Besonders betroffen sind die drei westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone. (ldc/sda)

Erstellt: 18.09.2014, 22:44 Uhr

Bildstrecke

Ebola-Virus grassiert in Westafrika

Ebola-Virus grassiert in Westafrika Die Krankheit brach im Dezember in Guinea aus und verbreitete sich schnell in Liberia, Sierra Leone und Nigeria.

Artikel zum Thema

«Paranoia macht die Ebola-Epidemie nur noch schlimmer»

Die Ebola-Epidemie wütet in Westafrika. Korrespondent Johannes Dieterich war in Liberia: Er berichtet über seine Erfahrungen und die Gefahren im Risikogebiet. Mehr...

Schweiz plant Ebola-Impftests

Zwei vielversprechende Impfstoffe gegen Ebola sollen «baldmöglichst» in Lausanne und Genf getestet werden. Derweil fordert das EU-Parlament eine massive Aufstockung der Ebola-Hilfe. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Es sammelt sich nur der Staub in ihnen: Frauen zerschmettern in Indien Töpfe aus Ton, um gegen den Mangel an Trinkwasser zu protestieren. (16. Mai 2019)
(Bild: Amit Dave) Mehr...