«Wir stimmen überein, dass Gbagbo zurücktreten muss»

Die EU und die Afrikanische Union fordern den Abgang des abgewählten Präsidenten der Elfenbeinküste. Ggagbo wies derweil Meldungen zurück, wonach er mit seinem Widersacher Ouattara über eine Amtsübergabe diskutiere.

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Die Europäische Union und die Afrikanische Union haben den langjährigen Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, gemeinsam zum Machtverzicht aufgefordert. «Wir stimmen überein, dass Laurent Gbagbo zurücktreten muss als einziger Weg aus der derzeitigen Krise», hiess es in einer kurzen Erklärung, die die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton und AU- Kommissionspräsident Jean Ping am Dienstagabend nach einem Treffen in Brüssel veröffentlichten.

Es müsse nun der Prozess der «Erholung» und der «Aussöhnung» unter der «Führung des demokratisch gewählten Präsidenten Alassane Ouattara» beginnen, so die Politiker weiter. Ouattaras Kämpfer waren zuvor bis zur Präsidentenresidenz in der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan vorgedrungen.

Widersprüchliche Meldungen

Frankreich und die UNO hatten zuvor zunächst gemeldet, Laurent Gbagbo verhandle über eine Kapitulation. Auch hätten Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand begonnen. Dies liess die Hoffnung auf ein baldiges Ende des blutigen Konfliktes im Land wachsen.

Gbagbo widersprach am Dienstagabend in einem Telefoninterview mit dem französischen Fernsehsender LCI. Er verhandele nicht über eine Amtsübergabe. Auch bestritt Gbagbo in dem Interview mit dem Sender LCI erneut seine Niederlage bei der Präsidentenwahl im November. «Ouattara hat die Wahl nicht gewonnen», sagte er. LCI gab an, das Interview sei am Dienstag geführt worden.

Bei den Vereinten Nationen in New York wurde zu dieser Zeit von einer «raschen Entwicklung» gesprochen. Berichte, wonach Gbagbo aufgegeben habe, dementierte ein Sprecher aber ebenso wie ein Mitarbeiter der UNO-Mission ONUCI in dem westafrikanischen Land.

Siegesfeier im Ouattara-Lager

Nach Angaben von Diplomaten nahmen Kämpfer des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara am Dienstag die Präsidentenresidenz in Abidjan ein. Gbagbo habe sich in einem Bunker verschanzt, hiess es. Laut Gbagbo-Sprecher Don Ahou Mello war Gbagbos Haus 50 Mal von Helikopter-Geschossen getroffen worden.

Die Spitzen der Armee, der Polizei und der Präsidentengarde sollen nach Angaben der UNO eine Waffenruhe angeordnet haben. Ein UNO-Sprecher berichtete, die Generäle hätten die UNO per Telefon über die Feuerpause unterrichtet.

Im umkämpften Abidjan waren am Dienstagnachmittag kaum noch Schüsse zu hören, nachdem am Vormittag beim Präsidentenpalast noch geschossen worden war. Der Pariser Botschafter des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten gewählten Präsidenten Alassane Ouattara sagte französischen Medien, Gbagbo verhandle über einen Rückzug.

Kritik am Eingreifen der UNO

Russland verlangte aus Protest gegen diese Eingriffe eine Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates. Die Afrikanische Union (AU) verurteilte das militärische Eingreifen der UNO und Frankreichs. Auch Südafrika kritisierte den Einsatz von Kampfhelikoptern der UNO und Frankreichs.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte wegen der eskalierenden Gewalt gegen Zivilisten in der Elfenbeinküste Angriffe von Blauhelmsoldaten auf Stellungen Gbagbos angeordnet - gestützt auf die UNO-Resolution zur Elfenbeinküste. Die UNO gehöre nicht zu den Konfliktparteien, liess Generalsekretär Ban Ki Moon über einen Sprecher ausrichten. (bru/raa/dapd)

Erstellt: 05.04.2011, 22:53 Uhr

Update folgt...

Seine Zeit ist abgelaufen: Laurent Gbagbo musste aus seinem Palast flüchten. (Archivbild) (Bild: Keystone )

Mehrere Franzosen entführt

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