Führungsriege der Al-Nusra-Front getötet

Schwerer Schlag gegen den Al-Qaida-Ableger in Syrien: Beim Luftangriff auf ein Treffen hochrangiger Kommandanten sind mehrere Terroristenführer getötet worden.

Ein erbitterter Feind des Assad-Regimes: Assad-treue Soldaten verbrennen eine Fahne der al-Nusra, hier beim Dorf Zor al-Mahruqa in der Region Hama. (6. Oktober 2014)

Ein erbitterter Feind des Assad-Regimes: Assad-treue Soldaten verbrennen eine Fahne der al-Nusra, hier beim Dorf Zor al-Mahruqa in der Region Hama. (6. Oktober 2014) Bild: George Ourfalian/Reuters

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In Syrien sollen bei einem Luftangriff mehrere Kommandanten der radikalen Al-Nusra-Front getötet worden sein. Zudem seien bei dem Schlag der syrischen Regierungstruppen mehrere andere Kämpfer ums Leben gekommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana.

Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigten heute den Angriff auf ein Treffen der Al-Nusra-Front. Allerdings sei unklar, ob die syrische Regierung oder die internationale Militärallianz hinter dem Luftangriff steckt.

Kämpfer bestätigen Tod des Militärkommandeurs

Die Islamisten selber bestätigten den Tod ihres Militärkommandeurs Abu Humam al-Schami. Zwei Aufständische machten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters dafür die US-geführte Allianz verantwortlich. Es sei ein schwerer Schlag für die Organisation.

Schami ist der ranghöchste Kommandeur der Nusra-Front, der während des Bürgerkrieges in Syrien getötet wurde. Drei weitere Kommandeure der Gruppe seien bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Unklarheit über obersten Anführer

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist eine «Reihe von Anführern» des syrischen Al-Qaida-Ablegers bei dem Angriff auf ein Treffen in der nordwestlichen Provinz Idlib ums Leben gekommen. Die in Grossbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von einem Netz aus Ärzten und Aktivisten in Syrien.

Der Direktor der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte zunächst, es sei unklar, ob auch der oberste Militärführer Schami getötet worden sei. Später schien nur noch der Ort des Angriffs umstritten.

USA dementieren Angriff

Laut der syrischen Nachrichtenagentur Sana fand das Treffen der Kommandeure im Dorf Hobait statt. Aufständische berichteten von einem Angriff in Salqin, etwa 100 Kilometer nördlich von Hobait und an der Grenze zur Türkei gelegen.

Pentagon-Sprecher Steve Warren sagte, das Verteidigungsministerium in Washington könne Berichte über den Tod von Kommandanten der Al-Nusra-Front nicht bestätigen. Weder die US-Luftwaffe noch andere Mitglieder der Allianz hätten in den vergangenen Tagen in der Region Angriffe geflogen.

Gegen Assad und Moderate

Die Al-Nusra-Front ist der offizielle Ableger des internationalen Terrornetzwerks al-Qaida in Syrien. Am Donnerstag eroberte die Jihadistengruppe die wichtigste Basis der moderaten Rebellengruppe Hasm in der nördlichen Provinz Aleppo.

Die Al-Nusra-Front kämpft vor allem gegen die Truppen von Präsident Bashar al-Assad, liegt aber auch in Rivalität mit anderen, moderateren Rebellengruppen sowie der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Führer der al-Nusra erwägen gemäss Reuters, ihre Verbindung zur al-Qaida zu kappen, um eine neue Gruppe zu bilden. Diese könnte dann von einigen Golfstaaten im Kampf gegen das Assad-Regime unterstützt werden. (rub/sda)

Erstellt: 06.03.2015, 09:38 Uhr

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