Günstig, aber effektiv: Das Drohnenprogramm der Huthi

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben sich immer wieder zu Angriffen auf Saudiarabien bekannt. Experten sehen eine vermehrte Drohnen-Nutzung.

Angehörige der Huthi mit einer Drohnen-Attrappe in Saada im Jemen. (10. September 2019) Bild: Naif Rahma/Reuters

Angehörige der Huthi mit einer Drohnen-Attrappe in Saada im Jemen. (10. September 2019) Bild: Naif Rahma/Reuters

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Angriffe auf eine Ölpipeline, einen internationalen Flughafen und die grösste Raffinerie des Landes: In den vergangenen Monaten haben sich die Huthi-Rebellen im Jemen zu mehreren Drohnenangriffen auf Ziele im benachbarten Saudiarabien bekannt. Bereits seit längerem beobachten internationale Experten den Einsatz unbemannter Flugzeuge durch die Huthi.

Im Gegensatz zu handelsüblichen Drohnen, die beispielsweise die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak eingesetzt hatte, wurden in der Vergangenheit bei den Huthi vor allem Drohnen vom Typ «Qasef-1» festgestellt. Diese sind nach einem Bericht einer Uno-Expertenkommission identisch mit Drohnen, die auch im Iran produziert werden.

Eine zerstörte Qasef-1-Drohne, die im April 2018 von Saudiarabien geborgen wurde in einer Ausstellung des US-Verteidigungsministeriums in einer Militärbasis in den USA. (Archivbild) Bild: Al Drago/Reuters

Dieser Drohnen-Typ hat eine Spannweite von rund drei Metern und kann mit einem 30 bis 45 Kilogramm schweren Sprengsatz bestückt werden. Die Reichweite beträgt rund 150 Kilometer. Im Juli dieses Jahres stellten die Huthi neue Drohnentypen der Öffentlichkeit vor. Experten gehen davon aus, dass diese eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern haben könnten.

Experten sehen eine stärkere Nutzung von unbemannten Drohnen durch nicht-staatliche Akteure. Der Einsatz von Drohnen sei eine wirksame Möglichkeit, mit günstiger Ausrüstung relativ präzise Angriffe auszuführen.

(oli/sda)

Erstellt: 15.09.2019, 22:46 Uhr

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