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Hamas dementiert Einigung über Waffenstillstand

Laut einem israelischen Offiziellen sollen morgen ab 5 Uhr in der Früh die Waffen ruhen. Das ist nicht korrekt, sagt hingegen die Hamas. Ein erster Anlauf für eine Waffenruhe scheiterte heute.

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Kurze Feuerpause, aber keine Lösung: Nach einer fünfstündigen Waffenruhe haben radikale Palästinenser nach Militärangaben abermals eine Rakete aus Gaza auf Israel abgeschossen. Das Geschoss schlug genau mit Ablauf des Waffenstillstands in Aschkelon ein, verletzte aber niemanden, wie das israelische Militär mitteilte. Ägypten wirbt weiter für seinen Schlichtungsvorschlag, stösst aber bei der radikalislamischen Hamas auf Misstrauen.

Schon während des Waffenstillstands von 09.00 bis 14.00 Uhr MESZ hatte die israelische Polizei gemeldet, dass drei Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf Israel gefeuert worden seien. Doch wurde dies als isolierter Zwischenfall behandelt, und Israel schoss nicht zurück. Die Menschen in Gaza nutzten die Feuerpause, um sich mit Lebensmitteln, Wasser und Bargeld zu versorgen. Vor allem vor Banken bildeten sich grosse Menschentrauben.

Vermittelt worden war die kurze Waffenruhe vom UN-Sondergesandten für den Nahen Osten, Robert Serry. Noch kurz vor Beginn hatten sich das israelische Militär und die palästinensischen Extremisten aber heftige Gefechte geliefert. So griff Israel nach eigenen Angaben am Morgen 37 Ziele in Gaza an. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet. Die Hamas feuerte ihrerseits nach israelischen Angaben 15 Raketen.

Fast 2000 Ziele bombardiert

Das israelische Militär stoppte nach eigenen Angaben vor der Feuerpause eine Gruppe bewaffneter Palästinenser beim Eindringen auf israelisches Gebiet. 13 Kämpfer seien durch einen Tunnel etwa 250 Meter hinter die Grenze zum Gazastreifen gelangt, teilte ein Militärsprecher mit. Ein Kampfflugzeug habe sie beschossen und mindestens ein Palästinenser sei getötet worden. Die übrigen Kämpfer seien vermutlich wieder durch den Tunnel zurück nach Gaza geflüchtet. Die Angreifer seien schwer bewaffnet gewesen, unter anderem mit Panzerfäusten, sagte Militärsprecher Peter Lerner.

Das folgende Video zeigt den israelischen Angriff auf den Tunnel:

(Quelle: Israel Defence Force (IDF))

Insgesamt hat Israel seit dem 8. Juli fast 2000 Ziele im Gazastreifen bombardiert. Die Hamas feuerte mehr als 1300 Raketen nach Israel ab. Auf palästinensischer Seite wurden mehr als 230 Menschen getötet. Israel beklagt einen Toten.

Bedingungen für einen Waffenstillstand

In der Nacht zum Dienstag hatte Ägypten versucht, einen Waffenstillstand und die Aufnahme von Verhandlungen der Konfliktgegner zu vermitteln. Israel stellte für sechs Stunden das Feuer ein. Doch die Hamas lehnte den ägyptischen Schlichtungsvorschlag ab. Dann feuerte auch Israel wieder.

Trotzdem ist der ägyptische Plan aus Sicht der Regierung in Kairo noch nicht vom Tisch. «Der einzige Weg, die Menschen zu schützen und weiteres Blutvergiessen zu vermeiden, ist die Akzeptanz dieses Plans», sagte Aussenminister Sameh Schukri der Nachrichtenagentur AP.

Einzelne palästinensische Gruppen - gemeint war offenbar die Hamas - teilten das Anliegen offenbar nicht, die Menschen im Gazastreifen zu schützen. Der ägyptische Vorschlag werde jedoch von der Arabischen Liga und der Europäischen Union unterstützt und «gewinnt weiter Momentum».

Der ägyptische Präsident Abdel-Fattah al-Sisi traf sich mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Dieser hatte tags zuvor mit dem stellvertretenden Hamas-Chef Mussa Abu Marsuk gesprochen. Nach Angaben eines palästinensischen Vertreters in Kairo stellt die Hamas Bedingungen für einen Waffenstillstand. Vor allem verlangt sie eine Lockerung der Blockade des Gazastreifens. Zudem wünscht sie sich andere Vermittler als Ägypten, möglicherweise Katar oder die Türkei. (mw/sda/AP)

Erstellt: 17.07.2014, 14:05 Uhr

Update folgt...

Raketen in Schule von UNO-Hilfswerk gefunden

Im Konflikt zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas sind in einer vom UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) im Gazastreifen betriebenen Schule Raketen gefunden worden. Wie die UNO-Organisation mitteilte, wurden am Vortag in einer derzeit leer stehenden Einrichtung etwa 20 Geschosse entdeckt.

Das Hilfswerk verurteilte das Verstecken der Waffen in der Schule als «schamlose Verletzung» des internationalen Rechts. Weiter hiess es, die Raketen seien aus dem betroffenen Gebäude entfernt worden. Es habe sich um den ersten derartigen Zwischenfall gehandelt.

Nach dem Fund sei eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, erklärte UNRWA. In anderen UNRWA-Schulen im Gazastreifen sind derzeit etwa 22'000 palästinensische Flüchtlinge untergebracht. (sda)

Israel und die Hamas sind offenbar kurz vor einem Waffenstillstand. (17. Juli 2014) (Video: Reuters )

Mordanklage gegen jüdische Extremisten

Die israelische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag drei jüdische Extremisten wegen der Entführung und Ermordung des 16-jährigen Palästinensers Mohammed Abu Chder vor gut zwei Wochen angeklagt. Es handele sich um einen 26-jährigen Siedler aus dem Westjordanland sowie zwei 16 Jahre alte Familienmitglieder, teilte das Justizministerium mit. Die drei Israelis haben bereits gestanden, den palästinensischen Jugendlichen bei lebendigem Leibe verbrannt zu haben. Die Anklage laute auf Entführung und Mord, hieß es in der Erklärung des Justizministeriums. Dem Erwachsenen sowie einem der Minderjährigen werde überdies ein weiterer Entführungsversuch vorgeworfen, der sich gegen ein siebenjähriges palästinensisches Kind in Ostjerusalem gerichtet habe. Ausserdem sollen sie versucht haben, mehrere Autos von Palästinensern anzuzünden. Zwei der Drei sind überdies angeklagt, im Juni ein palästinensisches Geschäft im Dorf Ismeh im Westjordanland in Brand gesteckt zu haben.Der juristische Berater der Regierung warf den Angeklagten «schockierende Taten» vor, die «aus Rassismus gegen Unschuldige verübt» worden seien. (AFP)

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