Heftige Kämpfe südlich von Tripolis

Auf dem Weg nach Tripolis stossen die Rebellen auf heftigen Widerstand. Dabei verloren sie zwischenzeitlich ein Dorf an die Truppen Ghadhafis.

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Heftige Kämpfe um Bollwerk auf dem Weg nach Tripolis: Den libyschen Rebellen ist es gelungen, eine Gegenoffensive der Regierungstruppen zurückzuschlagen und das Dorf Al-Kawalisch wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Nachmittag sammelten sich hunderte Aufständische aus den benachbarten Dörfern der Nafusa-Berge, um die Truppen von Machthaber Muammar al-Ghadhafi aus der Ortschaft südlich der Hauptstadt Tripolis zu vertreiben, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Angesichts ihres Angriffs von mehreren Seiten mussten sich die Regierungstruppen überstürzt zurückziehen. Anschliessend drangen die Rebellenkämpfer zu Fuss oder mit dem Auto in Richtung der 17 Kilometer nördlich gelegenen Ortschaft Al-Assaba vor. Bis zum Abend gelang es den Aufständischen, die Hügel oberhalb des Dorfes zu besetzen, was es ihnen erlaubte, das Dorf unter Beschuss zu nehmen. Die Regierungstruppen erwiderten das Feuer mit Raketen. Al-Assaba ist die letzte Ortschaft vor der Stadt Gharjan. Diese ist wiederum das letzte Bollwerk auf dem Weg nach Tripolis.

Trotz Luftangriffe der Nato auf Ziele der Regierung herrscht im libyschen Bürgerkrieg faktisch eine Pattsituation. Einige der am Einsatz beteiligten Länder bemühen sich mittlerweile um eine politische Lösung des Konflikts.

HRW kritisiert Rebellen

Vorwürfe zu Plünderungen, Brandstiftungen und Gewalt gegen Zivilisten überschatteten allerdings den Besuch einer Delegation der libyschen Rebellen in Brüssel. Human Rights Watch (HWR) warf den Aufständischen vor, bei ihrem Vormarsch auf Tripolis in den vergangenen Wochen Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben.

Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation hätten einige der Vorfälle selbst beobachtet, die sich demnach in den Monaten Juni und Juli bei der Offensive der Rebellen in den Bergen von Nafusa südlich der Hauptstadt Tripolis ereigneten, hiess es. Der libysche Rebellenführer Mahmud Jibril räumte bei seinem Besuch in Brüssel «einige Vorfälle» und Menschenrechtsverletzungen in den ersten Wochen des seit Mitte Februar andauernden Aufstands gegen Machthaber al-Ghadhafi ein. Dies sie jedoch «in befreiten Zonen nicht mehr der Fall», betonte er.

Nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte Jibril zudem an, die Verantwortlichen sollten von der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden: «Wir sind gegen jegliche Menschenrechtsverletzungen.»

Übergangsrat unterstützt

Die Nummer zwei des Nationalen Übergangsrats der Rebellen war zu Gesprächen mit Vertretern von EU und Nato nach Brüssel gereist. Seine Delegation wurde erstmals am Sitz der Nato vom Nordatlantikrat der 28 Botschafter der Mitgliedsländer und von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen empfangen.

Unter der Führung der Nato fliegt seit Mitte März eine internationale Koalition Angriffe gegen Libyen. Dschibril kam in Brüssel auch mit den Aussenministern der Benelux-Staaten zusammen. Die drei Länder erkannten den Übergangsrat der Rebellen als offiziellen Vertreter des libyschen Volkes an.

Das deutsche Aussenministerium sprach Gelder, um die Menschen in den früheren Kampfgebieten im Osten Libyens besser vor Minen und Blindgängern zu schützen. Mit rund 160'000 Euro unterstützt Berlin demnach ein Projekt der Schweizer Nichtregierungsorganisation «Fondation Suisse Deminage» im Osten Libyens. (jak/sda)

Erstellt: 13.07.2011, 21:08 Uhr

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