IS-Chef wohl noch am Leben

Seit Tagen wird gerätselt: Ist Abu Bakr al-Bagdadi verwundet oder gar tot? Jetzt veröffentlicht IS eine neue Tonaufnahme. Der Jihadistenführer droht dem Westen.

War letzte Woche das Ziel von US-Luftangriffen: Abu Bakr al-Bagdadi.

War letzte Woche das Ziel von US-Luftangriffen: Abu Bakr al-Bagdadi. Bild: AFP

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Martialische Drohungen gegen den Westen und Zuspruch für die eigenen Gefolgsleute: Nach tagelangem Rätselraten über das Schicksal des Jihadistenführers Abu Bakr al-Bagdadi hat dessen Organisation am Donnerstag eine Tonaufnahme veröffentlicht, in welcher der IS-Chef zu hören sein soll.

In der 17 Minuten dauernden Aufnahme nimmt der Sprecher zwar keinen direkten Bezug auf den Luftangriff der US-geführten Allianz, nach dem die Gerüchte über al-Bagdadis möglichen Tod aufgekommen worden waren. Er erwähnt aber Ereignisse, die sich seitdem ereignet haben. Die Aufnahme wird als authentisch eingestuft. Eine unabhängige Bestätigung gibt es aber nicht.

Keine gesicherten Erkenntnisse

Die USA hatten am vergangenen Wochenende mitgeteilt, bei Luftangriffen nahe der irakischen Stadt Mossul sei ein Konvoi aus zehn gepanzerten Fahrzeugen zerstört worden. Der Angriff habe sich gegen ein «Treffen von IS-Anführern» gerichtet.

Im Internet und in Medien war daraufhin über die mögliche Tötung al-Bagdadis spekuliert worden. Sowohl Washington als auch irakische Geheimdienstvertreter betonten aber, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über das Schicksal des Anführers der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) gebe.

Zehn Millionen Dollar Kopfgeld

Die Tötung des selbsternannten Kalifen wäre ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen IS. Washington hat zehn Millionen Dollar für die Festnahme des Mannes ausgesetzt, der inzwischen als mächtiger eingeschätzt wird als der Chef des Terrornetzwerks al-Qaida.

In der nun veröffentlichten Tonaufnahme kündigte der Sprecher weitere Eroberungszüge der IS-Miliz an. «Sie wird ihren Vormarsch nicht stoppen und ihn mit Allahs Segen weiter ausdehnen», heisst es darin - «bis sie Rom erreichen». An Andersgläubige ergeht die Drohung, ihre Nationen in einen blutigen Bodenkrieg zu verwickeln: «Bald werden Juden und Kreuzzügler dazu gezwungen sein, sich auf den Boden zu begeben und ihre Infanterie in den Tod und in die Zerstörung zu schicken.»

USA rechnen mit langem Kampf

Unabhängig vom Verbleibt des IS-Chefs, der Kampf der USA und ihrer Verbündeten gegen die Terrormiliz wird laut dem US-Verteidigungsminister Chuck Hagel noch lange andauern. «Es wird ein langer und schwieriger Kampf werden», sagte Hagel bei einer Kongressanhörung in Washington.

Nach Monaten andauernder Bombardierungen im Irak und in Syrien gebe es «stetige und anhaltende Erfolge», sagte Hagel. Eine genauere Einschätzung der Lage - wie lange der Kampf etwa dauern könnte - gab der Pentagonchef aber auch auf drängende Fragen nicht. «Es wird Rückschläge geben», fügte er hinzu. (ldc/AFP/AP)

Erstellt: 13.11.2014, 17:30 Uhr

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