IS exekutiert in Libyen 30 äthiopische Christen

In einem Video ist zu sehen, wie am libyschen Strand mindestens zwölf Männer geköpft und 16 weitere erschossen werden. Die IS-Jihadisten bezeichnen die Getöteten als Angehörige einer «feindlichen Kirche».

Video aufgetaucht: IS-Jihadisten führen Äthiopier am Strand entlang.(19. April 2015)

Video aufgetaucht: IS-Jihadisten führen Äthiopier am Strand entlang.(19. April 2015) Bild: Reuters

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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat am Sonntag ein Video veröffentlicht, das ihren Angaben zufolge die Ermordung von rund 30 äthiopischen Christen in Libyen zeigt. Die Getöteten werden als Angehörige der «feindlichen äthiopischen Kirche» präsentiert. Die äthiopische Regierung reagierte mit Empörung.

In dem halbstündigen Internetvideo ist zu sehen, wie mindestens zwölf Männern an einem Strand die Kehle durchgeschnitten wird. 16 weitere Männer werden in einer wüstenähnlichen Gegend erschossen.

Der libysche IS-Ableger hatte bereits Mitte Februar ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung von 21 koptischen Christen an einem Strand nahe der Hauptstadt Tripolis zeigen soll. Diese waren zuvor von den Jihadisten entführt worden. Ägypten bombardierte daraufhin mehrere Lager und Stellungen des IS in Libyen, um Vergeltung für die Morde zu üben.

USA verurteilen Ermordung

Die US-Regierung hat die mutmassliche Ermordung von äthiopischen Christen durch die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Libyen als «brutalen Massenmord» verurteilt. Zuvor hatten die Terroristen das Video einer Massentötung veröffentlicht.

Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan, erklärte in Washington: «Die USA verurteilen diesen brutalen Massenmord (...) auf das Schärfste», der offenbar von «Terroristen» mit Verbindungen zum IS begangen worden sei.

Dass die Äthiopier offenbar nur wegen ihres Glaubens getötet worden seien, «stellt die bösartige sinnlose Brutalität der Terroristen bloss». Überall in der Welt stimmten Menschen aller Glaubensrichtungen in ihrer Ablehnung solcher «Barbarei» überein, schrieb Meehan. «Die USA stehen an ihrer Seite.»

Meehan betonte, die Tat unterstreiche «die Dringlichkeit einer politischen Lösung für den Konflikt in Libyen», damit terroristische Gruppierungen in dem nordafrikanischen Land entschieden bekämpft werden könnten.

Chaos und Gewalt in Libyen

In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Ghadhafi im Jahr 2011 Chaos und Gewalt. Im vergangenen Sommer eroberten islamistische Milizen die Hauptstadt Tripolis und bildeten dort eine eigene Regierung.

Die international anerkannte Regierung und das Parlament flohen nach Tobruk im Osten des Landes. Überdies nutzte der IS das Machtvakuum, um sich in Libyen auszubreiten und Anschläge zu verüben. Derzeit verhandeln libysche Konfliktparteien unter UNO-Vermittlung über die Bildung einer Einheitsregierung. (chk/sda)

Erstellt: 20.04.2015, 05:35 Uhr

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