Islamisten entführen in Nigeria acht weitere Mädchen

Über 200 entführte nigerianische Schülerinnen befinden sich weiterhin in Gefangenschaft der islamistischen Gruppe Boko Haram. Nun haben die USA und Grossbritannien Nigeria ihre Hilfe zugesichert.

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In Nigeria hat die Islamistengruppe Boko Haram acht weitere Mädchen entführt. Wie Dorfbewohner sagten, wurden die Mädchen aus Warabe im Bundesstaat Borno verschleppt. Vor drei Wochen hatten die Islamisten in Borno schon mehr als 200 Schulmädchen entführt. Die Islamisten seien am Sonntagabend im Dorf Warabe «auf der Suche nach Mädchen von Tür zu Tür gegangen», sagte der Dorfbewohner Abdullahi Sani. Die verschleppten Mädchen sind demnach zwischen zwölf und 15 Jahre alt. Andere Bewohner bestätigten seine Angaben.

Unterstützung aus London und Washington

Die USA und Grossbritannien haben Nigeria mittlerweile Hilfe im Fall der verschleppten Schulmädchen zugesagt. Der britische Aussenminister William Hague sagte am Rande einer Konferenz des Europarats in Wien, sein Land werde «praktische Hilfe» leisten. Zuvor hatten schon die USA Hilfe bei der Suche nach den entführten Schülerinnen zugesichert. Washington werde relevante Geheimdienstinformationen mit Abuja austauschen, sagte ein US-Behördenvertreter dem Fernsehsender CNN.

Man werde sich ebenfalls diplomatisch und militärisch damit befassen, aber keine Truppen schicken. Auch eine Beteiligung an einer möglichen Rettungsaktion sei denkbar, berichtete der Sender nach Angaben eines anderen US-Beamten.

«Ich habe eure Mädchen gekidnappt»

Die radikalislamische Sekte Boko Haram hatte sich gestern, rund drei Wochen nach der Entführung, zu der Tat bekannt. «Ich habe eure Mädchen gekidnappt», zitierte die Zeitung «Sahara Reporters» den Anführer der Gruppe, Abubakar Shekau. Ein entsprechendes Bekennervideo war mehreren Medienorganisationen zugespielt worden.

Die Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren waren aus einer Schule in dem Ort Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno verschleppt worden. Mehreren Dutzend gelang seither die Flucht. Wie viele Mädchen sich noch genau in der Gewalt der Extremisten befinden, ist unklar, jedoch sollen es mehr als 200 sein.

«Ich werde Frauen verkaufen»

Shekau drohte in dem Video, die Mädchen zu verkaufen. «Ich werde sie auf dem Markt verkaufen, so Allah es will», sagte der Extremistenführer laut einer CNN-Übersetzung. «Allah sagt, ich soll verkaufen, er befiehlt mir, zu verkaufen. Ich werde Frauen verkaufen.» Er sagte sinngemäss, die Mädchen sollten verheiratet werden, anstatt zur Schule zu gehen.

Die Sekte Boko Haram – der Name bedeutet etwa «westliche Bildung ist verboten» – will im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten. Die Regierung von Präsident Goodluck Jonathan wirkt völlig machtlos im Kampf gegen die Extremisten, die immer wieder Anschläge verüben.

Seit 2009 hat Boko Haram mehr als 6000 Menschen getötet. Allein bei einem Anschlag in einem Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja Mitte April kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Jonathan hatte erst am Sonntag in einer Fernsehansprache zugegeben, dass seine Streitkräfte trotz wochenlanger Suche bisher keine Spur von den Schülerinnen haben. (mrs/sda)

Erstellt: 06.05.2014, 11:48 Uhr

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