Israel macht Akademie im Westjordanland zur Universität

Verteidigungsminster Ehud Barak hat die Streitkräfte angewiesen, eine Akademie in Ariel zur Universität aufzuwerten. Im Bildungsrat des Landes ist der Schritt umstritten, international dürfte er auf Kritik stossen.

Gilt als ideologisch stark gefärbt: Studenten in der Bibliothek der Ariel Akademie.

Gilt als ideologisch stark gefärbt: Studenten in der Bibliothek der Ariel Akademie. Bild: Reuters

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Israel hat einer Akademie in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland Universitätsstatus gewährt. Nach einer juristischen Überprüfung habe er die Streitkräfte angewiesen, den Status der Akademie in Ariel aufzuwerten, erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak. Der Schritt dürfte international auf Ablehnung stossen. Jüdische Siedler hatten sich um eine Anerkennung der Akademie als Universität bemüht, um ein weiteres Zeichen für ihre dauerhafte Präsenz im Westjordanland zu setzen.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gratulierte dem Präsidenten der Einrichtung nach der Entscheidung. Dies gebe der höheren Bildung in Israel Auftrieb, erklärte er.

Mangel an Mitarbeitern

Der israelische Rat für höhere Bildung hatte sich zuvor gegen die Statusänderung ausgesprochen und akademische Gründe dafür angeführt. Es gebe keine Rechtfertigung für eine weitere Universität in Israel, wenn die vorhandenen bereits unter einem Mangel an Mitarbeitern und Forschungsinfrastruktur litten, hiess es. Zusätzlich gilt die Akademie als ideologisch stark gefärbt.

Die Palästinenser betrachten das Westjordanland als Teil eines künftigen eigenen Staats. Die Mehrheit der internationalen Gemeinschaft betrachtet die jüdischen Siedlungen im Westjordanland als illegal und als Hindernis für den Frieden. (kpn/sda)

Erstellt: 24.12.2012, 21:43 Uhr

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