Jihadisten töten in einem Monat 5042 Menschen

Erstmals wurde das weltweite Ausmass islamistischer Gewalt geschätzt. Extremisten verübten im November demnach in 14 Ländern 664 Angriffe oder Anschläge. Die meisten gehen auf das Konto von drei Tätergruppen.

IS-Kämpfer (l.) richten Gewehre auf gefangengenommene irakische Soldaten in ziviler Kleidung bei Tikrit. (Veröffenlticht auf einer IS-nahen Internetseite am 4. Juni 2014)

IS-Kämpfer (l.) richten Gewehre auf gefangengenommene irakische Soldaten in ziviler Kleidung bei Tikrit. (Veröffenlticht auf einer IS-nahen Internetseite am 4. Juni 2014) Bild: Keystone

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Nach einer ersten Schätzung über die Opfer islamistischer Gewalttaten sind im November bei 664 Angriffen in 14 Ländern 5042 Menschen von Jihadisten getötet worden.

Das geht aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie des World Service der britischen BBC und des Londoner International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) hervor. Die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) war demnach für 308 Angriffe mit 2206 Toten verantwortlich, also für 44 Prozent aller Opfer islamistischer Gewalt.

«Stärker denn je»

Gefährlichstes Land war der Irak. Dort fielen 1770 Menschen Anschlägen und Angriffen zum Opfer. Jeder dritte Todesfall in dem Land war auf islamistische Gewalt zurückzuführen. Die «jihadistische Bewegung – von der man noch vor drei Jahren dachte, sie stünde vor einem vollständigen Niedergang – ist stärker denn je», sagte ICSR-Direktor Peter Neumann. Auffallend sei, dass 60 Prozent der Jihadisten-Morde von Gruppierungen verübt worden seien, die zumindest offiziell keinerlei Verbindungen zu al-Qaida hätten.

Die mit Abstand brutalste Organisation war laut dem Bericht der IS. Der nigerianischen Gruppierung Boko Haram wurden 30 Attacken mit 801 Todesopfern zugeschrieben. Für 151 Anschläge und Angriffe mit 720 Toten waren demnach die Taliban in Afghanistan verantwortlich.

50 Menschen enthauptet

Weitere Schreckenszahl: 426 Menschen wurden im November von islamistischen Extremisten hingerichtet, 50 von ihnen geköpft, 34 Enthauptungen fanden in Syrien statt.

Für ihre Studie ergänzten die Autoren Meldungen einschlägiger Medien mit Daten von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen und Beobachtungsportalen. Sie räumten ein, dass die Exaktheit nicht immer sichergestellt sei, zumal bei Angaben aus Bürgerkriegsländern wie Syrien. (rub/sda)

Erstellt: 11.12.2014, 18:04 Uhr

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