Hintergrund

«Keiner hat die Ferien abgebrochen»

Nach den jüngsten Ereignissen in Ägypten rät das EDA von Reisen in gewisse Landesteile ab. Wie sollen sich die knapp 1000 Schweizer Touristen vor Ort verhalten?

Tangiert Badeferiengäste so gut wie gar nicht: Demonstration von Mursi-Gegnern vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kairo. (3. Juli 2013)

Tangiert Badeferiengäste so gut wie gar nicht: Demonstration von Mursi-Gegnern vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kairo. (3. Juli 2013) Bild: Keystone

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Mindestens 800 Schweizer machen zurzeit Ferien in Ägypten, und weitere Ferienreisen stehen an. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät von Reisen nach Kairo und in andere Städte des Landes ab, seit es in den letzten Tagen zu Demonstrationen mit Toten und Verletzten kam. Das EDA rechnet mit weiteren politischen Spannungen und einer ungewissen Entwicklung der Lage und mahnt in allen Landesteilen zu grosser Vorsicht.

Herrscht nun Unsicherheit bei Leuten, die Reisen nach Ägypten gebucht haben? Bei Hotelplan Suisse verzeichnete man dieser Tage einige Rückfragen zur Sicherheit im Land sowie wenig Umbuchungen und Annullationen, wie Sprecherin Anja Dobes auf Anfrage sagt. «Vielen Kunden ist inzwischen bewusst, dass die Badeferienorte sehr weit von den Geschehnissen in Kairo entfernt und sicher sind.» Aktuell befänden sich sämtliche 316 Hotelplan-Suisse-Gäste in Ägypten an den Badeferien-Destinationen Hurghada, Sharm el-Sheikh und Marsa Alam. «Keiner hat die laufenden Ferien abgebrochen», sagt die Sprecherin.

TUI Suisse, momentan mit knapp 300 Gästen an den Badeferienorten, und Kuoni mit 190 Kunden vor Ort, erhielten ebenfalls vereinzelte Anfragen zur Sicherheit für Touristen in Ägypten. Zu Umbuchungen und Annullationen sei es in Sachen Badeferien jedoch nicht gekommen, sagen beide Veranstalter. Einzig bei TUI Suisse hat ein Kunde vergangene Woche seine Reise nach Kairo annulliert, wie Sprecher Roland Schmid gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. Laut Kuoni-Sprecher Peter Brun ist momentan ohnehin «absolute Tiefsaison, weil es in dieser Jahreszeit vielen zu heiss ist für Ferien in Ägypten.»

Ägyptenferien kostenlos umbuchen?

Wenn jemand seine gebuchten Badeferien in Ägypten umbuchen oder annullieren möchte, fallen laut den Reiseveranstaltern die üblichen Annullationskosten an. «Hier liegen keine Reisemängel vor. Leistungen wie Flug, Transfer und Hotel können allesamt erbracht werden», erklärt TUI-Sprecher Roland Schmid. Wenn dies nicht zutreffe, könnten Kunden ihre Arrangements kostenfrei kündigen.

Ebenso könnten Gäste gratis annullieren, wenn ihre Sicherheit oder aber die Reisedurchführung erheblich gefährdet seien, so Schmid. Dies sei der Fall, wenn das EDA eine Reisewarnung aussprechen würde. «Zurzeit ist jedoch die Sicherheit der Touristen nicht gefährdet, und die gebuchten Leistungen können erbracht werden.» Zu Flugannullationen wegen gesperrter Flughäfen kam es bei keinem der drei Reiseveranstalter.

Bei Reisen nach Kairo und andere ägyptische Grossstädte sind Annullationen und Umbuchungen hingegen kostenlos möglich in den nächsten Tagen. Aktuell hat jedoch keiner der Veranstalter Kunden mit solchen Arrangements. Ausflüge nach Kairo ab den Badeferienorten werden von Kuoni bis auf Weiteres nicht angeboten, und von TUI zumindest nicht bis und mit 8. Juli. Bei Hotelplan rät man im Moment von solchen Ausflügen ab.

Erstellt: 04.07.2013, 20:29 Uhr

Das rät das EDA Ägypten-Reisenden

Seit dem 28. Juni kam es in Kairo und anderen Städten Ägyptens zu Demonstrationen zu gewalttätigen Zusammenstössen, bei denen Menschen getötet und verletzt wurden. Trotz der eingesetzten Übergangsregierung dauern die politischen Spannungen aber noch an; die weitere Entwicklung der Lage bleibt ungewiss.

So rät das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Reisen nach Ägypten auf die Badeorte am Roten Meer sowie die Tourismuszentren in Oberägypten – zum Beispiel Luxor, Assuan und Abu Simbel – zu beschränken. In seinem Hinweis wird in allen Landesteilen zu grosser Vorsicht gemahnt und den Reisenden empfohlen, sich auch an den Bade- und Touristenorten über die Entwicklung der Lage zu informieren – so auch über den Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter. Touristen sollten die Anweisungen der ägyptischen Sicherheitsbehörden befolgen sowie Demonstrationen und Menschenansammlungen jeder Art meiden.

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