Konys Spur führt in den Sudan

Ein Bericht bestätigt den Verdacht, dass der ugandische Rebellenführer Joseph Kony von der sudanesischen Armee geschützt wird. Noch immer überwacht der Kriegsverbrecher demnach Tötungskommandos.

Berüchtigt für die Rekrutierung von Kindersoldaten: Joseph Kony. (Archivbild)

Berüchtigt für die Rekrutierung von Kindersoldaten: Joseph Kony. (Archivbild) Bild: Keystone

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Der flüchtige ugandische Rebellenführer Joseph Kony erhält einem neuen Bericht zufolge Unterstützung aus dem Sudan. Kony und Kämpfer seiner Rebellengruppe Lord Resistance Army (LRA) hätten noch bis vor kurzem Schutz in einem Gebiet gefunden, das vom sudanesischen Militär kontrolliert werde, heisst es in einem heute veröffentlichten Bericht der Organisation The Resolve mit Sitz in den USA.

Dabei handele es sich um Kafia Kingi, einer umstrittenen Gegend im Grenzgebiet zwischen dem Sudan und dem Südsudan. Truppen der Afrikanischen Union (AU), die nach Kony suchen, hätten zu dem Gebiet keinen Zugang, heisst es.

Wegen Kriegsverbrechen gesucht

Kony habe noch vor kurzem von Kafia Kingi aus Tötungskommandos in Nachbarländern überwacht, heisst es weiter. Laut dem Bericht hält sich der Rebellenführer inzwischen vermutlich aber nicht mehr in Kafia Kingi auf und könnte stattdessen in die Zentralafrikanische Republik gegangen sein.

Ein Sprecher des ugandischen Militärs, Oberst Felix Kulayigye, sagte, der Bericht untermaure die Annahme seiner Regierung, wonach der Sudan die LRA unterstütze. Der Sudan hat dies stets bestritten. Die ugandischen Streitkräfte sind massgeblich an der Jagd auf Kony beteiligt.

Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Die LRA (Widerstandsarmee des Herrn) wurde 1987 gegründet und kämpft im Grenzgebiet zwischen Uganda, Südsudan und Kongo für eine Art Gottesstaat auf der Grundlage der Zehn Gebote. Berüchtigt ist die LRA wegen ihrer Rekrutierung von Kindersoldaten. (rbi/sda)

Erstellt: 26.04.2013, 21:28 Uhr

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