Mit 10'000 Soldaten gegen Boko Haram

Die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram weitete seine Aktivitäten auch auf Nachbarländer aus. Die Afrikanische Union will sie nun mit einer regionalen Eingreiftruppe stoppen.

Nehmen den Kampf gegen Boko Haram auf: Soldaten aus dem Tschad. (26. Februar 2015)

Nehmen den Kampf gegen Boko Haram auf: Soldaten aus dem Tschad. (26. Februar 2015) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Afrikanische Union (AU) hat die Schaffung einer regionalen Eingreiftruppe gegen die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram beschlossen. Die Militärmission soll bis zu 10'000 Soldaten umfassen und ihr Hauptquartier in Tschads Hauptstadt N'Djamena haben.

Die Truppe habe zur Aufgabe, die weitere Ausbreitung von Boko Haram und «anderen Terrorgruppen» zu verhindern und diese langfristig zu besiegen, teilte die AU am Freitag an ihrem Sitz in Addis Abeba mit. Boko Haram kämpft seit 2009 mit grosser Brutalität im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat und tötete dabei mehr als 13'000 Menschen.

Die Schaffung der Eingreiftruppe war im Prinzip Ende Januar beschlossen worden. Die Mitgliedsstaaten der Kommission des Tschad-See-Beckens (Tschad, Nigeria, Kamerun und Niger) sowie Benin haben zugesagt, bis zu 8700 Soldaten zu stellen. Der Friedens- und Sicherheitsrat der AU legte die maximale Truppenstärke nun auf 10'000 fest.

Wohl nicht in Nigeria aktiv

Das genaue Operationsgebiet der Truppe nannte der Rat nicht. Ein AU-Diplomat sagte aber, sie solle nicht in Nigeria selbst tätig werden, da das Land aufgrund seines Anspruchs auf regionale Führung nicht akzeptieren könne, dass ausländische Soldaten auf seinem Territorium operierten.

Der Diplomat gestand ein, dass diese Einschränkung die Wirksamkeit der Truppe begrenzen werde. Die oft schlecht ausgerüsteten und demoralisierten Sicherheitskräfte in Nigeria sind Boko Haram vielfach kaum gewachsen.

UNO unterstützt Eingreiftruppe

Die Islamistengruppe ist seit Jahren im Nordosten Nigerias aktiv, weitete in den vergangenen Monaten aber ihre Aktivitäten auch auf die Nachbarländer aus. Dies brachte Kamerun, Niger und Tschad dazu, selbst militärisch aktiv zu werden und die Gründung der regionalen Eingreiftruppe gegen die Extremisten zu beschliessen.

Für die Finanzierung der Truppe zählt die AU auf die Unterstützung der UNO. Sie forderte den Sicherheitsrat auf, eine entsprechende Resolution zu beschliessen. AU-Kommissionspräsidentin Nkosazana Dlamini-Zuma sprach sich für die Schaffung eines Spezialfonds bei der UNO aus. Das Erstarken von Boko Haram in der Region um den Tschad-See beunruhigt die Staatengemeinschaft. (chk/sda)

Erstellt: 07.03.2015, 05:06 Uhr

Artikel zum Thema

Von Boko Haram entführte Mädchen gebären Kinder

Zehn Monate ist es her, seit die islamistische Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria 200 Mädchen entführte. Laut einem Vermittler sollen nun einige von ihnen nach Vergewaltigungen Kinder geboren haben. Mehr...

Erfolg bei blutigen Kämpfen gegen Boko Haram in Baga

Die nigerianische Armee konnte gemäss eigenen Angaben die Stadt Baga zurückerobern, in der Boko Haram im Januar ein Massaker angerichtet hatte. Die Terrorsekte tötet unterdessen in Niger weiter. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Geldblog Corona vermiest Firmen das Geschäft

Sweet Home Grosses Theater zu Hause

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Klebriger Protest: Eine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) Aktivistin protestiert im Vorfeld der Mailänder Fashion Week gegen die Lederindustrie indem sie sich mit schwarzem Schleim übergiesst. (18. Februar 2020)
(Bild: Flavio Lo Scalzo) Mehr...