Mursi: «Ich achte die Religionsfreiheit»

Seine Äusserungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagt Ägyptens Präsident, der Israelis unter anderem als «Nachkommen von Affen und Schweinen» beschimpft hatte.

Der ägyptische Staatsschef äusserte sich anlässlich eines Besuchs des amerikanischen Senators John McCain: Mursi (rechts) und McCain (links) in Kairo. (16. Januar 2013)

Der ägyptische Staatsschef äusserte sich anlässlich eines Besuchs des amerikanischen Senators John McCain: Mursi (rechts) und McCain (links) in Kairo. (16. Januar 2013) Bild: Keystone

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Umstrittene Äusserungen des heutigen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi über Israelis aus dem Jahr 2010 sind nach seinen Angaben aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie seien im Kontext des gewaltsamen Vorgehens Israels im Gazastreifen gefallen, hiess es nach einem Treffen Mursis mit US-Senator John McCain in Kairo. Das US-Aussenministerium hatte Mursis Äusserungen zuvor als «zutiefst beleidigend» kritisiert. In dem Fernsehinterview hatte Mursi Israelis unter anderem als «Nachkommen von Affen und Schweinen» beschimpft.

Die Ausschnitte des Interviews wurden von dem in Washington ansässigen Middle East Media Research Institute veröffentlicht, das arabischsprachige Medien im Nahen Osten beobachtet. Mursi bezeichnete Israelis demnach als «Blutsauger» und «Kriegstreiber», die das Land der Palästinenser besetzen würden. «Wir müssen ihnen mit allen Formen des Widerstands widerstehen, ein militärischer Widerstand gegen diese zionistischen Kriminellen, die das Land Palästina und die Palästinenser angreifen», sagte Mursi damals dem TV-Kanal Kuds.

Religionsfreiheit betont

Mursi ist der erste frei gewählte Staatschef Ägyptens. Der Politiker entstammt der islamistischen Muslimbruderschaft, aus der er nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Juni 2012 austrat. Mursi hatte zugesichert, den im Jahr 1979 geschlossenen Friedensvertrag mit Israel einzuhalten. In der heutigen Erklärung betonte er, dass er die Religionsfreiheit achte. Zudem müsse zwischen dem «Judaismus» und seinen Anhängern, die gewaltsam gegen Palästinenser vorgingen, unterschieden werden. (mw/AFP)

Erstellt: 16.01.2013, 23:38 Uhr

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