Neun Männer nach Anschlägen in der Türkei verhaftet

Nach den Anschlägen in Reyhanli mit mehr als 40 Toten hat die Polizei neun verdächtige Türken festgenommen. Zuvor hatte die Regierung das syrische Regime der Tat bezichtigt.

Die Bomben explodierten zur Mittagszeit: Der Platz vor dem Rathaus in Reyhanli nach dem Anschlag. (11. Mai 2013)

Die Bomben explodierten zur Mittagszeit: Der Platz vor dem Rathaus in Reyhanli nach dem Anschlag. (11. Mai 2013) Bild: Keystone

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Die türkische Polizei hat nach dem verheerenden Doppelanschlag in der Stadt Reyhanli an der Grenze zu Syrien neun Verdächtige festgenommen. Sie seien alle türkische Staatsbürger, sagte Vizeregierungschef Besir Atalay.

Nach seinen Angaben haben die Beschuldigten die Tat teilweise gestanden. «Es gibt Geständnisse», sagte er am Sonntag bei einer Pressekonferenz, die von dem Nachrichtensender NTV übertragen wurde.

Der türkische Innenminister Muammer Güler hatte am Samstag gesagt, die Drahtzieher der Anschläge hätten Verbindungen zur syrischen Führung. Damaskus wies dies am Sonntag zurück.

Opferzahl steigt auf mindestens 46

Unterdessen stieg die Zahl der Toten nach dem Doppelattentat auf mindestens 46. Noch immer würden zudem 51 Verletzte in Spitälern behandelt, sagte der Vizepräsident der türkischen Regierungspartei AKP, Hüseyin Celik, nach Angaben des Fernsehsenders NTV.

Zwei mit Sprengstoff präparierte Fahrzeuge waren am Samstag vor dem Rathaus und dem Postgebäude der 60'000-Einwohner-Stadt Reyhanli explodiert. Zuletzt war von 43 Todesopfern und rund hundert Verletzten die Rede gewesen.

Die Tat schürte Sorgen, dass der syrische Bürgerkrieg auf türkisches Staatsgebiet übergreift. Reyhanli ist eine Stadt in der südlichen Hatay-Provinz, wo Tausende syrische Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben.

Entführte UNO-Beobachter wieder frei

Zudem wurde am Sonntag bekannt, dass vier in Syrien entführte philippinische UNO-Beobachter wieder frei sind. Der philippinische Aussenminister kündigte eine Erklärung im Laufe des Tages an. Dem Sender al-Jazeera zufolge wurden die Verschleppten nach Israel gebracht.

Die Angehörigen der UNO-Friedenstruppe waren in der vergangenen Woche an der Waffenstillstandslinie zu den von Israel besetzten Golanhöhen von syrische Rebellen gefangen genommen worden.

Die Rebellengruppe Jarmuk-Märtyrer erklärte, die vier seien zu ihrer eigenen Sicherheit in Gewahrsam genommen worden. Im März wurden von der Gruppe 21 Angehörige der UNO-Truppe drei Tage lang festgehalten.

Die Friedenstruppe ist seit 1974 in der Region aktiv, um einen Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien zu überwachen. Auch andere Länder wie Österreich oder Indien stellen dafür Soldaten. (fko/sda/AFP)

Erstellt: 12.05.2013, 07:31 Uhr

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