Paris unterstützt von Rebellen gehaltene Städte

Als erstes westliches Land hilft Frankreich fünf von Aufständischen kontrollierten Städten mit Geld und anderen Mitteln. Der UNO- Sicherheitsrat dagegen bleibt untätig – Ban Ki-moon kritisiert dies scharf.

Frankreich hat die Kontakte zu bewaffneten Gruppen verstärkt: Aufständische während eines Kampfs in der Nähe von Aleppo. (30. August 2012)

Frankreich hat die Kontakte zu bewaffneten Gruppen verstärkt: Aufständische während eines Kampfs in der Nähe von Aleppo. (30. August 2012) Bild: Reuters

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Frankreich unterstützt nach Angaben aus diplomatischen Kreisen seit Freitag vergangener Woche fünf von Rebellen gehaltene Städte in Syrien mit Geld und anderen Hilfen. Es handle sich um Hilfen bei der Wiederherstellung der Wasserversorgung sowie dem Aufbau von Bäckereien und Schulen, hiess es gestern in Paris. Frankreich sei damit das erste westliche Land, das sich zu einem solchen Schritt entschlossen habe. Weitere Einzelheiten wurden unter Hinweis auf Sicherheitsgründe nicht genannt. Es hiess aber, auch die Kontakte zu bewaffneten Gruppen in den Gebieten, welche die Aufständischen kontrollieren, würden verstärkt.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon warf dem Sicherheitsrat unterdessen in ungewöhnlich deutlichen Worten Untätigkeit im Syrien-Konflikt vor. Das Versagen beim Schutz der syrischen Bevölkerung vor der massiven Gewalt habe zum Tod Tausender Menschen geführt, erklärte Ban gestern in New York. Die Lähmung des Sicherheitsrates schade nicht nur dem syrischen Volk, sondern auch der Reputation des Gremiums. Zugleich schwäche sie das Konzept zum Schutz von Zivilisten in Konfliktgebieten, sagte Ban auf einer Sitzung der UNO-Vollversammlung. «Untätigkeit ist keine Option.»

Keine Einigkeit

Der deutsche UNO-Botschafter Peter Wittig räumte ein, dass es im Sicherheitsrat in der Frage, wie mit der Krise in Syrien umzugehen sei, keine Einigkeit gebe. Das bedeute aber nicht, dass man nicht weiter über die Krise spreche. Deutschland hat derzeit die Präsidentschaft im Sicherheitsrat inne.

Russland und China haben sich in den vergangenen 18 Monaten des Konflikts in Syrien schützend vor das Regime von Präsident Bashar al-Assad gestellt und drei vom Westen eingebrachte Resolutionen, die ein Ende der Gewalt verlangten, mit ihrem Veto verhindert. Hintergrund ist, dass der Sicherheitsrat im vergangenen Jahr einen Schutz für die Bevölkerung in Libyen vor den Truppen des damaligen Machthabers Muammar al-Ghadhafi billigte. Die Nato ging dabei aber nach Einschätzung Russlands und Chinas zu weit.

Bislang kamen in dem Konflikt Schätzungen zufolge zwischen 23'000 und 26'000 Menschen ums Leben. (rbi/dapd)

Erstellt: 06.09.2012, 07:40 Uhr

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